90.000 Eier und trotzdem fehlt ein Brötchen

Mein Mann wollte mir im Urlaub etwas Gutes tun. Eine Massage.
Einfach mal eine Stunde entspannen, die Augen schließen und sich verwöhnen lassen.
Eigentlich eine ziemlich großartige Idee, wenn man bedenkt, dass wir gerade eine Woche auf der AIDA verbracht hatten. Aber wie es manchmal so ist, hatte ich andere Pläne. Denn ausgerechnet zur gleichen Zeit wurde eine Küchenführung angeboten.
Und während andere Frauen wahrscheinlich schon längst im Bademantel Richtung Wellnessbereich unterwegs gewesen wären,
schaute ich Florian an und fragte:

„Schatz, können wir die Massage vielleicht stornieren? Ich möchte unbedingt in diese Küche!“

Ja, ich weiß. Romantik kann ich.

Aber wann bekommt man schon einmal die Gelegenheit, hinter die Kulissen einer solchen Großküche zu schauen?
Zu verstehen, wie Tausende Menschen täglich versorgt werden, wie Abläufe ineinandergreifen und wie man ein Unternehmen dieser Größenordnung organisiert?
Mich faszinieren solche Dinge einfach wahnsinnig. Also wurde die Massage storniert und wir standen wenig später mit einer Gruppe neugieriger Urlauber zwischen riesigen Küchengeräten, Bergen von frischen Zutaten und Menschen, die dort jeden Tag Unglaubliches leisten.

Und ich muss sagen: Ich würde mich wieder für die Küche entscheiden.
Auch wenn ich eine Massage inzwischen durchaus gebrauchen könnte.

Denn was wir dort erfahren haben, war wirklich beeindruckend. Erinnert ihr euch an meine 30.000 Eier aus dem letzten Sonntagsblog?

Nun, ich muss mich korrigieren. Laut unserer Küchenführung werden auf diesem Schiff ungefähr 90.000 Eier pro Woche verarbeitet.

Neunzigtausend!

Ich finde ja schon zwölf Frühstückseier für eine größere Runde organisatorisch herausfordernd, aber das hier spielt in einer völlig anderen Liga.
Und nicht nur die Eier haben mich beeindruckt.
Bis auf wenige Ausnahmen wie Croissants, Laugengebäck und dänisches Gebäck wird dort unglaublich viel selbst hergestellt.
Brot, Brötchen, Torten, Cremes, Dips – selbst das Gemüse wird frisch verarbeitet.
Ich habe Karotten gesehen, die waren gefühlt doppelt so groß wie meine Hand.
Und aus diesen riesigen Dingern entstehen dann feinste Würfel, Streifen oder was auch immer gerade gebraucht wird.

Ich stand dort und dachte immer wieder: Wie genial ist das bitte? Wie viele Menschen müssen hier jeden Tag Hand in Hand arbeiten, damit am Ende alles funktioniert? Wie viel Planung, Erfahrung und Leidenschaft steckt in etwas, das wir als Gäste ganz selbstverständlich auf unserem Teller vorfinden?

Und dann kam dieser eine Satz.

Wir waren ungefähr 40 Personen bei der Küchenführung, aufgeteilt in zwei Gruppen. In unserer Gruppe standen also rund 20 Menschen, die gerade einen wirklich spannenden Blick hinter die Kulissen bekamen.
Und einer dieser Menschen sagte plötzlich sinngemäß:
„Na ja, es gibt ja auch nur drei Sorten Brötchen. Da könnte man schon ein bisschen mehr Auswahl anbieten.“

Ich schaute Florian an. Florian schaute mich an. Und ich war tatsächlich sprachlos. Was, wie ihr wisst, bei mir nicht besonders häufig vorkommt.

Drei Sorten Brötchen.

Auf einem Schiff, auf dem es gefühlt alles zu essen gab, was man sich vorstellen konnte. Von morgens bis abends eine unglaubliche Vielfalt, liebevoll angerichtet,
frisch zubereitet und ständig verfügbar. Ich hätte euch vermutlich nicht einmal sagen können, was dort überhaupt noch gefehlt haben könnte.
Und dieser Mann hatte es gefunden. Das vierte Brötchen.

Ich musste später wirklich darüber nachdenken. Ich selbst habe die ganze Woche versucht , möglichst glutenfrei zu essen, und mir die Anzahl der Brötchensorten ungefähr so wichtig war wie die Frage, welche Farbe die Servietten beim Abendessen haben.
Aber dieser Satz ging mir nicht mehr aus dem Kopf.
Nicht, weil ich dem Mann seinen Wunsch nach mehr Auswahl nicht gönne.
Natürlich darf man sich etwas wünschen.
Natürlich darf man Dinge kritisieren.
Aber ich fand es bemerkenswert, dass man mitten in einer solchen Leistung ausgerechnet das hervorheben kann, was einem noch fehlt.

Und irgendwie ist das doch ein ziemlich gutes Bild für unseren Alltag, oder?

Du kannst dir unglaublich viel Mühe geben, an tausend Dinge denken, dich vorbereiten, organisieren, verbessern und wirklich dein Bestes geben.
Und trotzdem wird es immer jemanden geben, der noch eine kleine Stellschraube findet, die aus seiner Sicht nicht ganz fest sitzt.
Nicht unbedingt, weil etwas schlecht ist.
Sondern weil Menschen nun einmal unterschiedliche Vorstellungen haben.
Der eine freut sich über drei Sorten Brötchen, der nächste hätte gerne fünf und der Dritte isst sowieso lieber Müsli.

Das eigentlich Verrückte daran ist aber etwas anderes:
Warum bleibt uns ausgerechnet dieser eine kritische Satz so sehr im Kopf?

Vielleicht waren die anderen 19 Menschen in unserer Gruppe genauso begeistert wie ich.
Vielleicht haben sie später ihren Familien erzählt, wie beeindruckend diese Küche war.
Vielleicht waren sie einfach dankbar für all das, was sie gesehen haben.
Ich weiß es nicht. Aber ich weiß, dass ich ausgerechnet über diesen einen Kommentar noch Stunden später nachgedacht habe.

Und da habe ich mich selbst ein bisschen ertappt. Denn machen wir das nicht ständig?
Wir bekommen zehn schöne Rückmeldungen und denken über die eine nach, die nicht ganz so begeistert war.
Wir erleben einen wunderbaren Tag und erinnern uns abends an den einen Moment, der nicht perfekt gelaufen ist.
Wir schaffen etwas, auf das wir stolz sein könnten, und überlegen trotzdem zuerst, was wir beim nächsten Mal besser machen müssen.

Ich kenne das von mir selbst nur zu gut. Gerade wenn man mit Leidenschaft arbeitet, möchte man, dass Dinge funktionieren und Menschen zufrieden sind.
Aber vielleicht müssen wir uns manchmal auch daran erinnern, dass wir gar nicht dafür verantwortlich sind,

jedem Menschen sein persönliches viertes Brötchen zu backen.

Das bedeutet nicht, dass wir aufhören sollten, besser werden zu wollen. Ganz im Gegenteil.
Ich liebe neue Ideen, Weiterentwicklung und Menschen, die Dinge hinterfragen.
Aber ich glaube, wir dürfen lernen, zwischen einer wertvollen Anregung und dem ewigen Gefühl, dass irgendetwas noch nicht reicht, zu unterscheiden.

Und vor allem sollten wir uns von einer einzelnen kritischen Stimme nicht den Blick auf all das nehmen lassen, was bereits wunderbar ist.

Ein bisschen mehr von dem, was schon da ist

Apropos wunderbar: Norwegen war es definitiv. Wir hatten eine wunderschöne Woche, haben tolle Landschaften gesehen, unglaublich freundliche Menschen erlebt und uns kulinarisch offensichtlich ausgesprochen wohlgefühlt.
Meine Waage hat mir nach unserer Rückkehr jedenfalls drei zusätzliche Kilo als Urlaubssouvenir präsentiert.
Vielen Dank auch! Ich werde jetzt wieder zu meinen gewohnten Routinen zurückfinden, und die drei Kilo dürfen gerne wieder verschwinden.

Aber bereuen werde ich diese Woche deshalb ganz sicher nicht.

Kaum zu Hause angekommen, ging es für uns übrigens direkt weiter auf eine Halloweenparty. Und ich muss sagen, was Menschen sich inzwischen alles einfallen lassen, ist wirklich großartig. Da hängen nicht mehr einfach nur ein paar Plastikspinnen an den Fenstern. Ganze Häuser verwandeln sich in kleine Grusellandschaften, Kostüme werden mit unglaublich viel Liebe gestaltet und beim Essen entstehen Kreationen, bei denen ich mich frage, ob die Gastgeber nebenbei noch eine Ausbildung zum Foodstylisten gemacht haben.

Und während ich all diese liebevollen Details bewundert habe, musste ich wieder an unsere Küchenführung denken.
Denn egal, ob jemand für Tausende Menschen ein Buffet organisiert oder für zwanzig Freunde eine Halloweenparty vorbereitet:
Hinter solchen Momenten stecken Menschen, die sich Gedanken gemacht haben.
Die Zeit investiert, ausprobiert, vorbereitet und vielleicht zwischendurch auch mal ordentlich geflucht haben, weil irgendetwas nicht so funktioniert hat wie geplant.

Und vielleicht sollten wir genau das viel öfter sehen.

Nicht nur das fertige Ergebnis, sondern auch die Mühe dahinter. Nicht immer zuerst überlegen, was noch schöner, größer oder besser sein könnte, sondern auch einmal sagen:
„Wow, das hast du wirklich toll gemacht!“

Ich glaube nämlich, dass wir viel zu selten aussprechen, wenn uns etwas gefällt. Wenn etwas nicht funktioniert, haben wir meistens ziemlich schnell eine Meinung. Aber wenn alles wunderbar läuft? Dann nehmen wir es oft einfach als selbstverständlich hin.

Dabei kann so ein ehrliches Kompliment manchmal viel mehr bewirken als die nächste gut gemeinte Verbesserungsidee.

Ich habe Anfang der Woche ein Reel darüber veröffentlicht, wie wichtig mir gute Absichten sind. Und dieser Gedanke begleitet mich gerade sehr. Ich möchte weiterhin mit Begeisterung kochen, Menschen zusammenbringen, meine Erfahrungen mit ätherischen Ölen teilen, neue Ideen ausprobieren und manchmal auch ein bisschen größer denken, als es zunächst vernünftig erscheint.

Und ich möchte dabei nicht vergessen, auch die kleinen Erfolge zu feiern. Bei mir selbst und bei anderen.

Denn natürlich wird es immer jemanden geben, der noch das vierte Brötchen vermisst.
Aber vielleicht sitzen daneben neunzehn Menschen, die gerade das beste Frühstück ihres Lebens genießen.

Und wäre es nicht schade, wenn wir vor lauter Nachdenken
über das fehlende Brötchen genau diese neunzehn Menschen übersehen?

In diesem Sinne wünsche ich euch einen wunderschönen Sonntag. Vielleicht ist heute ein guter Tag, jemandem einfach mal zu sagen, was er richtig gut macht. Ohne ein „aber“ dahinter. Ohne einen Verbesserungsvorschlag. Einfach so.

Ich werde mir heute jedenfalls noch etwas Ruhe gönnen. Denn nach unserer Reise hat sich bei mir ein unangenehmes Halskratzen angekündigt.
Meine kleinen Wohlfühlrituale mit ätherischen Ölen dürfen mich dabei begleiten, und morgen geht es wieder los ins 360°.

Und während ich hier so sitze, fällt mir ein, dass ich Florian vielleicht doch noch einmal auf diese Massage ansprechen sollte.

Diesmal verspreche ich auch, keine Küchenführung dazwischenzubuchen.

Na ja.

Zumindest nicht, wenn es dort weniger als 90.000 Eier gibt.


Meine 3 Wohlfühlrituale, wenn die kalte Jahreszeit anklopft

Wenn der Hals anfängt zu kratzen und ich merke, dass ich ein bisschen mehr Ruhe brauche, dürfen meine ätherischen Öle natürlich nicht fehlen.

1. On Guard unter die Füße
Ein paar Tropfen verdünnt mit einem Trägeröl auf die Fußsohlen einmassieren. Ein kleines, wohltuendes Ritual, besonders am Abend.

2. Meine Floom Bomb
Eine meiner persönlichen Ölroutinen, über die ich immer wieder Fragen bekomme. Du möchtest wissen, was sich hinter meiner Floom Bomb verbirgt? Schreib mir einfach eine Nachricht, dann erzähle ich dir gerne mehr darüber. 💌

3. Weihrauch für einen Moment der Ruhe
Weihrauch gehört zu meinen liebsten Düften. Ich nehme mir einen bewussten Moment, um seinen Duft zu genießen und zur Ruhe zu kommen.

Und das Wichtigste? Viel trinken, ausreichend schlafen und dem Körper die Pause gönnen, nach der er gerade verlangt.

Denn manchmal ist das schönste Ritual, einfach mal nichts zu müssen.


Du möchtest mehr über meine Ölroutinen erfahren?

Dann habe ich etwas Schönes für dich!

Am 3. Dezember findet unser nächster THE OIL EFFECT Abend statt.

Wir zeigen dir, wie wir ätherische Öle ganz unkompliziert in unseren Alltag integrieren, welche Rituale uns besonders am Herzen liegen und wie du deine eigenen Wohlfühlmomente gestalten kannst.

Und weil Weihnachten vor der Tür steht, haben wir uns diesmal noch eine richtig coole Weihnachtsüberraschung für euch überlegt. 🎄🎁

Mehr wird noch nicht verraten. Ein bisschen Vorfreude muss schließlich sein!

Du möchtest dabei sein? Schreib mir einfach eine Nachricht und sichere dir deinen Platz. Ich freue mich auf dich! ❤️


„Wer immer nur sucht, was noch fehlt, übersieht irgendwann, wie viel Wunderbares längst da ist.“
— Happy Weekend
Tina Pantke