Können wir das bitte einmal bis zum Ende denken? Danke.
Es gibt Menschen, die planen ihren Urlaub sechs Monate vorher mit Excel-Tabelle, Farbcodes und einer Liste namens „Notfallapotheke final FINAL wirklich final“.
Und dann gibt es mich.
Ich bin eher Team:
„Ach, das wird schon.“
Nicht komplett kopflos. Ganz im Gegenteil sogar. Wenn mich ein Projekt catcht, dann bin ich Feuer und Flamme. Dann plane ich, organisiere, überrasche,
denke an Details, erschaffe Atmosphäre, motiviere Menschen und habe einen Qualitätsanspruch, der manchmal leicht anstrengend sein kann. Für andere. Und für mich.
Ich liebe dieses Gefühl, wenn etwas entsteht.
Wenn Menschen zusammenkommen. Wenn aus einer Idee plötzlich ein Erlebnis wird.
Und genau deshalb hatte ich damals mein Catering-Unternehmen.
Mit Mitte 20 beziehungsweise Anfang 30 dachte ich wirklich:
80 Leute Hochzeit? Ja klar, kriegen wir hin.
Und das Verrückte ist: Wir haben es auch hingekriegt.
Ich weiß noch genau, wie ich damals plante. Kühlwagen organisiert, Personal organisiert, Essen kalkuliert, Deko abgestimmt, Abläufe geschrieben, vorbereitet bis spät nachts.
Die Hochzeit lief richtig gut.
Wirklich.
Alle waren glücklich. Das Essen lief. Die Stimmung war gut. Und nachts fiel ich völlig erledigt ins Bett mit diesem Gefühl von:
„Boah. Geschafft.“
Und dann kam der nächste Morgen.
Ich klappe meine Augen auf, mein Kopf ungefähr bei Restalkohol-Level „bitte einfach still sein“, jeder Knochen tat weh und plötzlich schoss es mir wie ein Blitz durch den Körper:
Scheiße.
Du hast niemanden zum Aufräumen eingeplant.
Nicht falsch verstehen: Wir hatten nachts schon super viel weggeräumt. Catering raus, Sachen zusammengepackt, grob klar Schiff gemacht.
Aber da standen halt trotzdem noch gefühlt 700 Gläser rum, Bänke mussten zurückgebracht werden, Müll weg, Pfand weg, Restbestände weg, alles irgendwie wieder in einen Zustand verwandelt werden, den man „normal“ nennt.
Und ich stand da, völlig zerstört, mit diesem Gedanken:
„Ah. Interessant. DAS passiert also nach einer Hochzeit.“
Und ganz ehrlich?
Das zieht sich ein bisschen durch mein Leben.
Ich bin wahnsinnig gut darin, Dinge anzuschieben. Menschen zu begeistern. Ideen groß zu machen. Visionen zu sehen. Zu sagen: „Komm, wir machen das einfach.“
Aber das strategische „Und wie sieht’s eigentlich drei Schritte später aus?“… sagen wir mal so: Da darf ich noch lernen.
Wobei – eigentlich habe ich genau dadurch gelernt.
Denn glaub mir eins:
Seit dieser Hochzeit habe ich NIE wieder ein Event geplant, ohne den Tag danach mitzudenken. Nie wieder.
Aber – und jetzt kommt das Spannende – hätte ich damals alles bis zum bitteren Ende durchgedacht, hätte ich es vielleicht niemals gemacht.
Weil man sich ja komplett verrückt machen kann.
Was wäre wenn?
Und wenn dies passiert?
Und wenn das schiefgeht?
Und wenn plötzlich der Strom ausfällt?
Und wenn jemand krank wird?
Und wenn… und wenn… und wenn…
Leute.
Dann sitzt du irgendwann mit deiner Idee auf dem Sofa und machst einfach… gar nichts mehr.
Und genau das habe ich in den letzten Jahren verstanden. Manche Dinge lernst du nur, wenn du losgehst.
Nicht vorher.
Nicht theoretisch.
Sondern mittendrin.
Ich hätte niemals mein Café eröffnet, wenn ich alles vorher gewusst hätte.
Ich hätte niemals Caterings gemacht. Niemals Kochkurse gegeben. Niemals für große Events gekocht.
Denn ganz ehrlich: Da waren Situationen dabei, die hätte sich niemand freiwillig ausgesucht.
Zum Beispiel der Moment, als mein Keller überschwemmt war, während ich mitten in den Vorbereitungen
für ein zehnjähriges Hochzeitsjubiläum steckte und plötzlich feststellte, dass genau dort die Kühlung für einen Teil des Caterings stand.
Wirklich romantisch.
Da stehst du dann knöcheltief im Wasser und denkst dir kurz:
„Interessant. Das stand so nicht im Ablaufplan.“
Und trotzdem.
Oder vielleicht genau deswegen. Liebe ich dieses „Einfach mal machen“ bis heute. Weil die Lernkurve unfassbar groß ist.
Weil man plötzlich Fähigkeiten entwickelt, von denen man vorher gar nicht wusste, dass man sie braucht.
Und weil man merkt, wie wichtig Menschen dabei sind.
Menschen, die mitdenken. Menschen, die Erfahrungen teilen. Menschen, die irgendwann sagen:
„Tina… hast du eigentlich daran gedacht, wie wir das danach wieder abbauen?“
Und ganz ehrlich?
Solche Menschen braucht man.
Nicht die, die dir deine Ideen ausreden.
Sondern die, die sagen:
„Komm, wir denken das einmal kurz gemeinsam bis zum Ende – und dann machen wir’s trotzdem.“
Und genau das merke ich auch immer wieder bei meinen Themen rund um basische Ernährung, Routinen und ätherische Öle.
Du weißt vorher gar nicht, was passiert, wenn du wirklich mal dranbleibst.
Wenn du nicht nur einmal etwas ausprobierst, sondern eine Routine entwickelst. Wenn du deinem Körper Zeit gibst. Wenn du wirklich erlebst, was möglich ist.
Viele denken immer sofort bis zum Ende.
„Ja, aber was ist wenn…“
„Schaffe ich das überhaupt?“
„Und wenn es nicht funktioniert?“
Ja.
Und wenn es funktioniert?
Und manchmal – seien wir ehrlich – hilft auch einfach ein kleines inneres:
Fake it until you make it.
Nicht im Sinne von „tu so, als wär alles perfekt“. Sondern eher dieses:
„Okay Leute, innen drin brennt’s gerade leicht, aber außen bleiben wir professionell.“
Und ich schwöre euch: Jeder, der schon mal ein Event organisiert hat, kennt diesen Moment.
Der Kühlschrank fällt aus.
Jemand kommt zu spät.
Der Plan funktioniert plötzlich nicht mehr.
Und du stehst da, lächelst den Kunden an und sagst:
„Gar kein Problem.“
Während innerlich ungefähr drei kleine Hamster brennend im Kreis laufen.
Aber genau darin liegt manchmal Wachstum.
Nicht darin, dass alles perfekt läuft. Sondern darin, dass du plötzlich merkst:
Krass. Ich kann das ja trotzdem.
Heute weiß ich:
Die besten Geschichten entstehen selten aus perfekten Plänen.
Sondern aus den Momenten, in denen du irgendwann nachts völlig erledigt zwischen leeren Weinflaschen, Pfandkisten und halb abgebauten Bierzeltgarnituren stehst und denkst:
„Interessant. Das hätte man eventuell vorher einmal bis zum Ende denken können.“
Und trotzdem… würdest du es wieder tun.
Weil genau diese Momente dich wachsen lassen.
Nicht die perfekten.
Nicht die kontrollierten.
Nicht die, bei denen alles geschniegelt nach Plan läuft.
Sondern die, in denen du improvisierst, kurz innerlich zusammenklappst, einmal tief durchatmest und dann trotzdem weitermachst.
Mit Augenringen.
Mit Kabelbindern in der Tasche.
Und manchmal mit einem leicht hysterischen „Das kriegen wir schon hin“.
Und vielleicht ist genau das das Geheimnis.
Nicht immer alles perfekt durchdenken.
Aber mutig genug sein, trotzdem loszugehen.
Und falls unterwegs doch mal alles leicht eskaliert…
Dann hilft manchmal ein bisschen Planung.
Und manchmal einfach:
Fake it until you make it, Schätzlein. ✨
Lust auf Beweise? Hier siehst du Improvisation und die Wahrheit am nächsten Morgen
Austausch gefällig?
Nicht dieses perfekte „Bei mir läuft immer alles glatt“, sondern die ehrlichen Gespräche dazwischen. Die Geschichten über Chaos, Wachstum, kleine Eskalationen und große Learnings.
Und genau deshalb lade ich euch am 07. Juni zu einem kleinen Mädels-Mittag ein. 🤍
Mit gutem Essen, ehrlichen Gesprächen, Inspiration, Leichtigkeit und ganz bestimmt der ein oder anderen Geschichte, bei der wir alle denken:
„Okay gut… ich bin also nicht allein.“
Und jetzt kommt noch eine kleine unschöne Wahrheit:
Bei Stress esse ich unfassbar viele Gummibärchen und trinke fertigen Eiskaffee. So richtig gedankenlos.
Ja, wirklich.
Und nein, ich finde das nicht besonders glorreich – aber genau das meine ich mit ehrlich. In stressigen Phasen greift man nicht immer automatisch zu Selleriesaft und Superfood-Bowls.
Manchmal greift man einfach zu Zucker und Koffein und denkt kurz:
„Das regelt jetzt mein Leben.“
(Tut es nicht. Aber netter Versuch.)
Und genau da darf ich gegensteuern. Nicht mit Druck, sondern mit Dingen, die einfach gehen.
Vor allem nach langen Eventtagen oder Aufräumaktionen, wenn man eigentlich keine Lust mehr hat zu kochen.
Meine Rettung?
Eine Bowl, die selbst mein völlig übermüdeter Catering-Kopf noch hinbekommt:
Kartoffeln mit Gurke, frischem Dill, Tzatziki, Röstzwiebeln und ganz viel frischer Zitrone.
Warm, frisch, cremig – und irgendwie genau das, was der Körper nach zu vielen Gummibärchen gebraucht hat. ✨
Kartoffel-Bowl mit Gurke, Dill & Tzatziki
(für 2 Personen)
Zutaten
500 g kleine Kartoffeln
½ Salatgurke
200 g Tzatziki
1 Handvoll frischer Dill
4 EL Röstzwiebeln
Saft einer halben Zitrone
etwas Zitronenabrieb
Olivenöl
Salz & Pfeffer
Zubereitung
Die Kartoffeln in Salzwasser garen, leicht ausdampfen lassen und anschließend halbieren oder in Stücke schneiden.
Währenddessen die Gurke klein schneiden und den Dill hacken.
Die warmen Kartoffeln in zwei Bowls verteilen und großzügig mit Tzatziki toppen. Gurke, Dill und Röstzwiebeln darübergeben und alles mit Zitronensaft, etwas Abrieb, Olivenöl, Salz und Pfeffer verfeinern.
Und dann einfach genießen.
Warm, frisch, cremig und genau das Richtige nach langen Tagen, zu vielen Gummibärchen oder leicht eskalierten Event-Wochenenden. ✨
„„Vielleicht müssen wir nicht immer alles bis zum Ende durchdenken.
Manchmal reicht es, mutig genug zu sein loszugehen – und Menschen zu haben, die beim Aufräumen bleiben.““