Vielleicht brauche ich einfach ein anderes Sternzeichen

Es ist ein ganz besonderes Gefühl, nach 14 Jahren an einen Ort zurückzukommen, an dem man so viel erlebt hat, dass man gar nicht mehr genau weiß, wo man anfangen soll.

Ich stand da vor diesem Gebäude und in meinem Kopf liefen gleichzeitig Bilder ab: fein angerichtete Pralinen, die man mit Pinzette auf den Teller gesetzt hat, Schichten, die nie wirklich zu Ende waren, ein Küchenchef, der mehr Druck als Führung konnte – und mittendrin wir. Jung, oft müde und trotzdem irgendwie voller Energie. Dieses Gefühl von: Wir schaffen das schon.

Nicht, weil es leicht war, sondern weil es gar keine andere Option gab.

Genau an diesem Ort habe ich Camille kennengelernt.

Vor 14 Jahren, zwischen Küche, Stress und diesen Momenten, in denen man plötzlich merkt, dass man zusammenhält, weil man es einfach muss.
Und vielleicht ist genau daraus etwas entstanden, was man nicht planen kann.
Eine Freundschaft, die bleibt, auch wenn das Leben längst in ganz unterschiedliche Richtungen gegangen ist.

Wenn ich Camille heute anrufe, weiß ich nie so genau, wo sie gerade ist. Hongkong, Brasilien oder irgendwo zwischen Studium, Projekten und ihrem ganz eigenen Tempo. Sie ist eine von diesen Frauen, bei denen man sofort spürt: Da passiert viel. Im Kopf, im Leben, in der Welt.
Und jedes Mal, wenn wir uns sehen, fühlt es sich an, als hätten wir einfach da weitergemacht, wo wir aufgehört haben.

Natürlich sehen wir uns nicht regelmäßig. Ein Treffen wird geplant, verschoben, nochmal verschoben – und irgendwann klappt es dann doch.
So auch dieses Mal. Eigentlich wollten wir einfach nur eine Runde um den Schwielowsee laufen, uns bewegen, reden, ein bisschen rauskommen.
(übrigens sehr empfehlenswert)

Und dann standen wir da. Und sind erstmal nicht losgelaufen.

Weil da dieses Gebäude war.

Unser altes Hotel. Früher fünf Sterne, Relais & Châteaux, viel Anspruch, viel Perfektion, viel Inszenierung. Heute eine Privatklinik. Ein bisschen leiser, ein bisschen gealtert, nicht mehr geschniegelt – und doch sofort wieder da.

Wir sind einfach reingegangen. Ohne groß nachzudenken. Und plötzlich war alles wieder präsent. Die Wege, die Räume, diese Mischung aus Anspannung und Vertrautheit, die sich sofort wieder in den Körper legt.

Und dann begegnet uns ein Gesicht, das wir beide sofort erkennen.

Frau Ludwig, unsere Frühstücksfee. Kein bisschen verändert. Wach, herzlich, genau wie damals. Sie hat uns gesehen, gestrahlt und einfach mitgenommen. Durch ein Haus, das heute anders genutzt wird, aber sich an vielen Stellen noch genauso anfühlt.

Und während wir da durchlaufen, wird einem bewusst, dass Zeit zwar vergeht, aber nicht alles verschwindet.

Mit genau diesem Gefühl sind wir dann losgelaufen. 15 Kilometer um den See, und ich glaube, wir hätten auch doppelt so viel laufen können.
Weil wir geredet haben. Über alles. Arbeit, Selbstständigkeit, Familie, Freundschaften, die Frage, was man will – und was vielleicht auch nicht mehr.

Und irgendwo auf diesem Weg fiel dieser Satz, ganz beiläufig, aber irgendwie ziemlich wahr:

Die schönsten Momente sind nicht so viel wert, wenn man sie nicht teilen kann.

Und wie das dann so ist, wenn man lange genug unterwegs ist und genug Themen einmal durchgekaut hat, landet man irgendwann da, wo man immer landet.

Bei Männern.

Natürlich.

Meine Freundin ist Single, und ganz ehrlich: Ich verstehe es nicht. Sie bringt so viel mit, so viel Tiefe, so viel Klarheit – und trotzdem passt es nicht.

Also haben wir überlegt. Woran liegt’s?

Und plötzlich waren wir bei Sternzeichen.

Ich sag es mal vorsichtig: Ich kann nicht mit jedem Sternzeichen. Nicht, weil ich es wissenschaftlich erklären könnte, aber wenn ich zurückblicke, sehe ich schon ein Muster. Und mein Geldbeutel übrigens auch, denn Geschenke häufen sich bei mir eher zwischen Februar und Juni und dann nochmal im Spätsommer. Der November ist… sagen wir… weniger vertreten.

Und dann kam dieser Satz, halb im Spaß, halb ernst gemeint:

Vielleicht brauche ich einfach ein anderes Sternzeichen.

Vielleicht geht es gar nicht darum, immer wieder das Gleiche zu wählen, nur weil es sich vertraut anfühlt. Vielleicht geht es irgendwann darum, sich zu erlauben, etwas anderes auszuprobieren. Neue Dynamiken, neue Gespräche, neue Menschen.

Also.

Falls du jemanden kennst:

Fisch sucht Fahrrad. Oder vielleicht diesmal… Waage.

Und vielleicht ist genau das die Erkenntnis dieses Tages. Dass wir nicht alles verstehen müssen, aber offen bleiben dürfen. Für neue Wege, neue Begegnungen und für Entscheidungen, die wir früher so vielleicht nicht getroffen hätten.



Lust auf…

Mit mir über Männer, Sternzeichen, Gesundheit und Öle zu sprechen?

Am 20.Mai und 07. Juni haben wir wieder unsere Treffen.

Vielleicht passen nicht alle Sternzeichen – aber wenn’s echte Freundschaft ist, passt es trotzdem. Ende.
— Danke Camille, dass es dich gibt
Tina Pantke