Ich habe nicht gewusst, dass es nicht geht
Ich habe nicht gewusst, dass es nicht geht
Bis vor drei Wochen wusste ich noch nicht einmal, dass ich heute hier sitzen würde.
Genauer gesagt sitze ich gerade irgendwo im 15. Stock eines Hochhauses in Katowice, schaue über eine Stadt, deren Namen ich bis vor Kurzem vermutlich noch falsch geschrieben hätte, und frage mich, wie hartnäckig wir Menschen eigentlich an unseren Ausreden festhalten können.
Denn ehrlich gesagt wollte ich gar nicht hier sein.
Also nicht wirklich.
Zumindest dachte ich das.
Eigentlich hatte ich an diesem Wochenende einen Auftrag. Arbeiten. Vernünftig sein. Geld verdienen. So der Plan. Dann wurde der Auftrag verschoben. Gut. Kurz darauf kam eine Stornierungsgebühr zurück, die ziemlich genau den Betrag abdeckte, den ich für diese Reise gebraucht hätte. Auch gut. Trotzdem fand mein Gehirn noch ungefähr 37 weitere Gründe, warum das alles keine besonders gute Idee sei.
Polen?
Wirklich?
Vier Tage weg?
Mit Menschen, die ich kaum kenne? Und überhaupt.
Kennt ihr diese Momente, in denen das Leben euch eine Tür öffnet und ihr erst einmal sehr ausführlich erklärt, warum ihr leider genau durch diese Tür unmöglich hindurchgehen könnt?
Ich kann das hervorragend.
Mein innerer Ausreden-Beauftragter arbeitet sehr zuverlässig und bekommt sein Gehalt offensichtlich pünktlich ausgezahlt.
Das Universum allerdings hatte andere Pläne. Denn je mehr Gründe ich sammelte, desto schneller lösten sie sich wieder auf. Irgendwann saß ich also tatsächlich im Auto Richtung Katowice und fragte mich zwischen Tankstellenkaffee, Podcasts und Baustellen, warum ich eigentlich so lange diskutiert hatte.
Manchmal merkt man erst unterwegs, dass man die Entscheidung längst getroffen hat und nur noch versucht, sie vor sich selbst zu rechtfertigen.
Am Abend standen wir schließlich vor einem Apartment irgendwo über den Dächern der Stadt. Drei Frauen, die sich vorher kaum kannten, ein gemeinsames Wochenende und genau ein Badezimmer. Wenn man Frauen kennt, weiß man, dass das entweder unglaublich gut oder spektakulär schiefgehen kann.
Erstaunlicherweise wurde es unglaublich gut.
Vielleicht lag es daran, dass wir alle so unterschiedlich waren.
Da war die Frau, die einfach alles dabeihatte. Wirklich alles. Bügeleisen, Geschirrspültabs, vermutlich hätte sie auch spontan ein Luftbett, einen Feuerlöscher oder einen kleinen Notstromgenerator aus ihrer Tasche ziehen können und niemanden hätte es überrascht. Neben ihr fühlte ich mich mit meinen drei Paar Schuhen fast schon schlecht vorbereitet.
Dann war da die Tierheilpraktikerin. Nach außen ruhig, freundlich und eher zurückhaltend. So ein Mensch, bei dem man denkt: Ach, die beobachtet erst einmal. Bis Musik läuft. Dann verwandelt sich dieses stille Wasser plötzlich in eine wilde Tanzmaus und man fragt sich, warum wir Menschen eigentlich ständig glauben, andere nach den ersten fünf Minuten einschätzen zu können.
Und dann war da noch ich.
Zwilling.
Himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt.
Innerhalb von zehn Minuten begeistert von drei neuen Ideen, zwei Geschäftskonzepten, einem möglichen Kochstudio und einem neuen Lebensplan, bevor ich feststelle, dass ich immer noch nicht weiß, was ich eigentlich frühstücken möchte.
Eigentlich also die perfekte Mischung.
Einer meiner Lieblingsmomente entstand übrigens nicht auf der Convention. Nicht bei einem Vortrag und auch nicht auf einer Bühne. Er entstand in unserem Apartment, als wir beschlossen, ein Video für Social Media aufzunehmen.
Ihr wisst schon.
So ein lockeres, authentisches, spontanes Video.
Diese Videos, die immer so aussehen, als wären sie zufällig entstanden. Die Wahrheit ist natürlich eine andere.
Vor allem dann, wenn drei Frauen mit Augenpads im Gesicht versuchen, gleichzeitig professionell, entspannt und natürlich auszusehen, während besagte Augenpads beschlossen haben, ihr eigenes Leben zu führen und konsequent Richtung Kinn rutschen.
Wir haben gelacht. Neu angefangen.
Noch einmal versucht. Noch mehr gelacht.
Und irgendwann beschlossen, dass dieses Meisterwerk niemals veröffentlicht wird.
Aber definitiv gespeichert bleibt.
Dieses seltsame Gefühl, dass Menschen, die man vor zwei Tagen noch gar nicht kannte, plötzlich selbstverständlich mit am Tisch sitzen und man sich fragt, warum man eigentlich vorher so viele Gedanken gemacht hat.
Katowice selbst hat mich übrigens ebenfalls überrascht. Nicht weil die Stadt besonders spektakulär wäre, sondern weil sie ganz anders war, als ich sie mir vorgestellt hatte. Die Straßen waren sauber, die Stadt grün und modern, während man in manchen Restaurants das Gefühl hatte, den Service durch seine bloße Anwesenheit massiv zu stören. Vielleicht war das aber auch einfach mein deutsches Bedürfnis nach Freundlichkeit.
Wer weiß.
Jedenfalls vergingen die Tage schneller, als mir lieb war.
Und irgendwann saßen wir nachts nach der Party auf einer Tischtennisplatte. Es war einer dieser Momente, die man nicht planen kann. Die Musik spielte leise im Hintergrund, die Luft war angenehm warm und irgendjemand begann von einer Frau zu erzählen, die einen unglaublich hohen Rang erreicht hatte.
Natürlich wollte jeder wissen, wie sie das geschafft hatte.
Welche Strategie dahintersteckte.
Welches System.
Welcher geheime Trick.
Ihre Antwort war erstaunlich kurz.
"Ich habe nicht gewusst, dass es nicht geht."
Mehr nicht.
Und während wir noch darüber nachdachten, sagte eine liebe Teampartnerin etwas, das mir wahrscheinlich noch lange im Kopf bleiben wird.
"Wisst ihr eigentlich, dass die Hummel theoretisch gar nicht fliegen dürfte?"
Natürlich wussten wir das nicht.
Also erklärte sie uns, dass die Hummel rein rechnerisch viel zu schwer für ihre Flügel sei. Eigentlich dürfte sie gar nicht abheben.
Die Hummel weiß davon nur nichts.
Sie hat nie gelernt, dass sie theoretisch zu schwer für ihre Flügel ist. Sie hat keine Statistik gelesen, keinen Experten gefragt und vermutlich auch nie darüber nachgedacht, ob sie heute erfolgreich fliegen wird.
Sie macht einfach das, was Hummeln eben machen.
Sie fliegt los.
Und während wir dort saßen, irgendwo zwischen Housemusik, Sommernacht und Gesprächen über das Leben, musste ich plötzlich lachen.
Weil ich in diesem Moment verstand, wie oft ich genau das Gegenteil tue.
Wie oft ich erst einmal überlege.
Abwäge.
Noch einmal darüber schlafe.
Menschen frage.
Noch mehr recherchiere. Noch ein bisschen warte. Noch ein bisschen plane.
Dabei sind die schönsten Dinge meines Lebens fast nie entstanden, weil ich wusste, dass sie funktionieren.
Mein Café nicht. Mein Catering nicht. Viele Reisen nicht.
Und vermutlich auch dieses Wochenende nicht.
Denn hätte ich auf all meine Ausreden gehört, würde ich heute nicht hier sitzen. Dann hätte ich diese Frauen nicht kennengelernt, diese Gespräche nicht geführt und vermutlich niemals über eine Hummel nachgedacht.
Vielleicht ist das die eigentliche Erkenntnis dieses Sonntags.
Nicht, dass alles möglich ist.
Sondern dass wir viel zu oft vorher entscheiden, was unmöglich sein soll.
Meine Mission war schon immer dieselbe. Menschen zu inspirieren, gut für sich zu sorgen. Mit gutem Essen. Mit kleinen Gewohnheiten. Mit Dingen, die den Alltag leichter machen. Mit ätherischen Ölen. Mit mehr Bewusstsein für sich selbst.
Nicht weil ich glaube, dass jeder meinen Weg gehen muss. Sondern weil ich immer wieder sehe, wie viel möglich wird, wenn Menschen überhaupt anfangen.
Wenn sie nicht erst warten, bis alles perfekt ist.
Wenn sie sich erlauben, Dinge auszuprobieren.
Denn was wäre, wenn es funktioniert?
Was wäre, wenn du dich besser fühlst?
Was wäre, wenn genau diese eine neue Gewohnheit etwas verändert?
Was wäre, wenn du die Entscheidung triffst, loszugehen, bevor du alle Antworten kennst?
Vielleicht sollten wir alle ein kleines bisschen mehr Hummel sein.
Nicht alles zerdenken.
Nicht alles kontrollieren.
Nicht immer wissen müssen, wie die Geschichte ausgeht.
Einfach manchmal losfliegen.
Denn die schönsten Dinge meines Lebens sind nie entstanden, weil ich wusste, dass sie funktionieren.
Sondern weil ich losgegangen bin, bevor ich wusste, ob sie funktionieren.
Oder wie die Hummel sagen würde:
Zum Glück wusste ich nicht, dass es nicht geht.
Und vielleicht noch eine kleine Überraschung.
Falls du gerade das Gefühl hast, dass da eigentlich noch mehr geht. Mehr Gesundheit. Mehr Gemeinschaft. Mehr Austausch. Mehr Menschen, die sich gegenseitig unterstützen statt kleinhalten.
Falls du Lust hast, Teil einer Company zu sein, die wirklich hinter die Kulissen schaut, den Menschen sieht und nicht nur das Produkt.
Falls du jemanden an deiner Seite möchtest, der Fragen beantwortet, Erfahrungen teilt, mitdenkt und auch dann da ist, wenn die erste Euphorie vorbei ist:
Dann melde dich gern bei mir und sichere dir heute noch die Convention Überraschung.
Veganer Hummel-Borschtsch
Mach es einfach
Eine basisch basierte Überraschung für deinen Körper
Für 2 Personen
Zutaten
2 kleine Rote Bete
2 Möhren
¼ Weißkohl oder Spitzkohl
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 EL Olivenöl
750 ml Gemüsebrühe
1 EL Apfelessig
Saft einer halben Zitrone
Salz & Pfeffer
frischer Dill
optional: 2 EL pflanzlicher Joghurt
Zubereitung
Zwiebel und Knoblauch fein würfeln und in Olivenöl anschwitzen.
Möhren, Rote Bete und Kohl in feine Streifen schneiden und kurz mit anbraten.
Mit Gemüsebrühe aufgießen und etwa 25 Minuten köcheln lassen, bis alles weich ist.
Zum Schluss Apfelessig und Zitronensaft dazugeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
In Schalen füllen, mit frischem Dill bestreuen und nach Wunsch einen Klecks pflanzlichen Joghurt daraufsetzen.
„Vielleicht sind wir alle nur eine Hummel davon entfernt, endlich loszufliegen.““