In den Schuhen meines Mannes

Ich glaube, meine Mutter und ich sollten irgendwann ein Buch über unsere Mutter-Tochter-Wochenenden schreiben.

Nicht, weil wir besonders spektakuläre Abenteuer erleben. Sondern weil wir es jedes Jahr schaffen, aus einem eigentlich ganz normalen Wochenende eine kleine Geschichte zu machen.

Dieses Jahr begann unsere Geschichte damit, dass wir unser Hotel erst an dem Tag gebucht haben, an dem wir losgefahren sind.

Ja, richtig gelesen.

Andere Menschen planen ihre Auszeiten Monate im Voraus, buchen Restaurants und wissen bereits drei Wochen vorher, was sie am Samstag um 14:30 Uhr unternehmen werden. Wir wussten bis zuletzt nicht einmal, ob wir überhaupt fahren können. Irgendetwas ist ja immer. Arbeit, Termine, das Leben und diese ungefähr 37 Kleinigkeiten, die sich grundsätzlich dann melden, wenn man eigentlich etwas Schönes vorhat.

Aber wir haben es geschafft. Hotel gebucht, Taschen gepackt und ab in den Harz.

Ich finde übrigens, manchmal ist das schon eine beachtliche Leistung. Zwei erwachsene Frauen schaffen es, gleichzeitig frei zu haben und am selben Ort anzukommen. Dafür könnte man eigentlich schon eine kleine Medaille verteilen.

Am nächsten Morgen wollten wir gemütlich durch Blankenburg spazieren. Frische Luft, ein bisschen Bewegung, viel quatschen. Das übliche Mutter-Tochter-Programm, bei dem man nach drei Stunden immer noch nicht alle Themen besprochen hat.

Meine Mutter holte ihre Schuhe heraus, schaute sie an und runzelte die Stirn.

„Tina, irgendwie sind meine Schuhe komisch.“

Ich schaute hin.

Sie schaute hin.

Und dann wurde uns klar, dass die Schuhe tatsächlich etwas anders waren als sonst.

Meine Mutter hatte die Schuhe meines Vaters eingepackt.

Nicht ihre eigenen. Seine.

Ich weiß nicht, wie man versehentlich die Schuhe seines Mannes mit in den Urlaub nimmt, aber offenbar gehört das inzwischen zu den Dingen, die in unserer Familie passieren können.

Natürlich haben wir sofort meinen Vater angerufen.

Seine Reaktion?

„Na, dann zieh doch einfach zwei, drei Paar Socken an.“

Ich liebe Männer für solche Momente.

Während meine Mutter und ich uns vor Lachen kaum halten konnten, hatte mein Vater das Problem bereits vollständig analysiert, eine Lösung entwickelt und war gedanklich vermutlich schon wieder bei der nächsten Aufgabe.

Schuhe zu groß? Mehr Socken.

Problem gelöst.

Ich vermute, wenn man ihm den schiefen Turm von Pisa zeigen würde, würde er erst einmal fragen, ob man auf der einen Seite nicht einfach etwas unterlegen könnte.

Zum Glück hatte Mama noch ein anderes Paar Schuhe dabei. Also mussten wir weder den örtlichen Sockenbestand aufkaufen noch unsere Wanderung absagen.

Aber diese Schuhe gingen mir irgendwie nicht mehr aus dem Kopf.

Vielleicht, weil ich in den vergangenen zwei Wochen erstaunlich oft darüber nachgedacht habe, wie es wohl wäre, für einen Moment in den Schuhen eines anderen Menschen zu stecken.

Nicht unbedingt mit drei Paar Socken.

Sondern mit seinen Gedanken, seinen Erfahrungen und seiner Sicht auf die Dinge.

Denn manchmal frage ich mich, ob wir uns nicht wahnsinnig viel Kopfkino ersparen könnten, wenn wir die Welt gelegentlich durch die Augen eines anderen betrachten würden.

Und damit wären wir bei meinem Job.

Ich arbeite im Sales.

Was bedeutet, dass ich beruflich ziemlich häufig „Das kriegen wir hin!“ sage.

Und meine lieben Kolleginnen und Kollegen anschließend herausfinden dürfen, wie genau.

Ich liebe meinen Job. Ich liebe es, mit Kunden zu sprechen, Ideen zu entwickeln und aus einem anfänglichen „Wäre es vielleicht möglich …?“ ein richtig großartiges Erlebnis zu machen.

Und sagen wir es einmal so: Ich bin ausgesprochen talentiert darin, Möglichkeiten zu erkennen. Manchmal sogar solche, bei denen meine Kolleginnen und Kollegen aus der Umsetzung erst einmal sehr tief durchatmen müssen.

Ich möchte nicht behaupten, dass ich einem Kunden den Wiederaufbau des schiefen Turms von Pisa als Teambuilding-Maßnahme verkaufen würde.

Aber ich würde zumindest kurz überlegen, ob wir dafür ein Angebot erstellen könnten.

Denn Gäste haben Wünsche. Manchmal ziemlich außergewöhnliche. Und meine Aufgabe ist es, herauszufinden, wie wir sie möglich machen können. Nur bin ich anschließend nicht immer diejenige, die all diese Wünsche auch umsetzen muss.

Dafür gibt es ein großartiges Team.

Und manchmal bin ich zwischen beiden Seiten eben auch der Prellbock. Was völlig in Ordnung ist. Ich stehe da gerne, denn ich weiß, dass wir alle dasselbe Ziel haben.

Trotzdem gab es in den vergangenen Wochen Momente, in denen ich mich gefragt habe:

Bin ich gerade zu viel? Versteht mein Gegenüber eigentlich, warum ich das so entschieden habe? Und war das jetzt wirklich eine gute Idee?

Gerade als wir wieder einmal ziemlich spontan ein Kochduell für einen Kunden möglich gemacht haben, hätte ich gerne kurz durch die Augen meiner Kolleginnen und Kollegen geschaut.

Wobei ich vermute, dass ich dort nicht ausschließlich Begeisterung entdeckt hätte.

Vielleicht auch ein kleines Augenrollen.

Oder ein großes.

Mit Anlauf.

Aber während ich den begeisterten Kunden vor mir sehe, sieht mein Team vielleicht gerade die Einkaufsliste, den Aufbau, die Personalplanung und die Uhr, die unerbittlich weiterläuft.

Wir schauen auf dieselbe Sache und sehen etwas völlig anderes.

Und manchmal vergessen wir, dass hinter einer Reaktion auch einfach ein Mensch steckt, dessen Tag wir gar nicht kennen.

Vielleicht hat der Kollege gerade schon fünf andere Herausforderungen gelöst. Vielleicht versteht er meine Entscheidung noch gar nicht, weil ihm die Vorgeschichte fehlt. Und vielleicht mache ich mir Gedanken darüber, was er wohl von mir hält, während er in Wirklichkeit nur überlegt, wo er jetzt bitte noch zwölf Schneidebretter herbekommt.

Am Ende haben wir das Kochduell übrigens wieder gemeinsam hinbekommen. Nicht weil wir groß miteinander gesprochen haben ( es war ein wenig Stillschweigen im Raum), sondern weil jeder seinen Teil beigetragen hat und weil wir als Team manchmal eben Dinge möglich machen, die auf dem Papier zunächst etwas sportlich aussehen.

Und dann kam Bamberg.

Wir waren beim Germany Day von doTERRA, haben unglaublich viele Menschen getroffen, uns ausgetauscht, gelacht und einen wirklich schönen Tag miteinander verbracht.

Und dort hatte ich plötzlich die andere Seite dieser Gedanken vor mir.

Kennt ihr Menschen, bei denen ihr denkt: Wow. Die haben es geschafft.

Menschen, die so souverän wirken, so erfolgreich, so klar in dem, was sie tun. Bei denen man von außen das Gefühl hat, dass sie morgens aufstehen, einmal kurz ihre Haare schütteln und anschließend ihr Leben vollständig im Griff haben.

Ich bewundere einige dieser Frauen wirklich sehr. Besonders unsere Upline, von der ich unglaublich viel lerne.

Und dann sitzt du abends gemeinsam am Tisch, hörst zu und stellst fest:

Die haben diese Gedanken auch.

Ob sie gut genug sind. Ob sie das Richtige tun. Ob sie auf dem richtigen Weg sind.

Und ich sitze daneben und denke:

Hä? Du? Ernsthaft?

Ich würde manchmal gerne meinen Kopf für fünf Minuten verleihen, damit diese Menschen sehen könnten, was ich sehe.

Wie viel sie bewegen. Wie viele Menschen sie inspirieren. Was sie alles aufgebaut haben und wie großartig sie auf andere wirken.

Denn während sie sich vielleicht fragen, ob sie genug tun, sitze ich da und denke: Schau doch mal, was du alles geschafft hast!

Und plötzlich fiel mir wieder meine eigene Frage von der Arbeit ein.

Bin ich gerade zu viel?

Wie verrückt ist das eigentlich?

Da sitzen wir Menschen nebeneinander, bewundern einander für Dinge, die der andere an sich selbst kaum wahrnimmt, und machen uns gleichzeitig Gedanken darüber, ob wir überhaupt gut genug sind.

Wir könnten uns vermutlich eine Menge Kopfzerbrechen ersparen, wenn wir gelegentlich einfach laut aussprechen würden, was wir Positives im anderen sehen.

Nicht nur denken: Die macht das richtig gut.

Sondern sagen:

„Hey, weißt du eigentlich, was für einen richtig geilen Job du machst?“

Vielleicht braucht genau das gerade jemand, der nach außen vollkommen souverän wirkt.

Und vielleicht braucht der Kollege, dessen Augenrollen ich innerlich schon auf mich beziehe, einfach eine ehrliche Frage: „Sag mal, wie sieht das Ganze eigentlich aus deiner Perspektive aus?“

In Bamberg fiel immer wieder ein Satz:

It's all about communication.

Und ich glaube, der trifft es ziemlich gut.

Kommunikation mit anderen, aber eben auch mit uns selbst. Denn wenn ich mir den ganzen Tag erzähle, dass ich möglicherweise zu viel bin, zu laut, zu ambitioniert oder nicht gut genug, dann glaube ich mir das irgendwann vielleicht sogar.

Dabei könnte ich genauso gut sagen:

Hey, ich mache meinen Job mit Leidenschaft. Ich darf Ideen haben. Ich darf Fragen stellen. Und ich darf auch mal danebenliegen.

I'm good enough.

Nicht, weil ich alles richtig mache. Sondern weil ich nicht erst perfekt sein muss, um gut zu sein.

Und vielleicht ist das die schönste Erkenntnis aus diesen zwei Wochen: Wir müssen nicht immer wissen, was andere über uns denken. Aber wir dürfen öfter nachfragen, statt es uns selbst zusammenzureimen.

Wir dürfen einander spiegeln, was wir sehen. Auch das Gute. Gerade das Gute.

Als ich heute an meine Mutter im Harz dachte, musste ich wieder lachen.

Da stand sie morgens mit den Schuhen meines Vaters in der Hand, völlig überrascht, wie die denn nun in ihrer Tasche gelandet waren. Wir haben gelacht, sie hat ihre anderen Schuhe angezogen und unser Tag konnte beginnen.

So einfach war das.

Und irgendwie finde ich, dass wir uns davon ruhig eine Kleinigkeit abschauen können.

Wir müssen nicht in den Schuhen eines anderen laufen, um ihn besser zu verstehen. Aber es hilft ungemein, sich gelegentlich vorzustellen, wie sich sein Weg darin anfühlt.

Und wenn wir schon dabei sind, könnten wir dem anderen ruhig öfter sagen, wie gut ihm seine eigenen Schuhe eigentlich stehen.

Denn manchmal sieht man das selbst am allerwenigsten. 🌿


The Essence Movement – vielleicht ist hier auch dein Platz.

Dieses Gefühl aus Bamberg würde ich am liebsten multiplizieren!

Denn Teil der dōTERRA-Familie zu sein, bedeutet für mich so viel mehr als ätherische Öle. Es bedeutet, Menschen an seiner Seite zu haben, die sich gegenseitig unterstützen, wertschätzen, voneinander lernen und gemeinsam wachsen.

Und das Schönste? Dahinter steckt auch eine echte Business-Möglichkeit. Mit einer klaren Strategie, ganz viel persönlicher Entwicklung und vor allem einer Gemeinschaft, in der man sich gegenseitig groß macht, statt klein.

Hast du Lust, ein Teil von „The Essence Movement“ zu werden?

Dann lass uns sprechen!

Am 22.10.2026 nehmen wir dich mit in unsere Welt, sprechen über die Öle, unsere Gemeinschaft und die Möglichkeiten, die dahinterstecken.

Vielleicht ist das ja der Anfang von etwas richtig Schönem.

Schreib mir einfach – ich freue mich auf dich!


Warmer Belugalinsen-Fenchel-Salat mit Feigen-Feta-Creme & Walnüssen 🌿

Erdige Belugalinsen, aromatischer Fenchel und eine herrlich cremige Kombination aus warmen Feigen und geschmolzenem Feta. Dazu knackige Walnüsse, frische Petersilie und süße Feigen als Topping. Ein echtes Herbst-Lieblingsessen!


Zutaten für 2 Personen

  • 100 g Belugalinsen (trocken)

  • 1 kleine Fenchelknolle

  • 4–5 frische Feigen

  • 100 g Feta

  • 1 Handvoll frische Petersilie

  • 2 EL gehackte Walnüsse

  • 1–2 EL Olivenöl

  • Saft einer halben Zitrone

  • 1 TL Ahornsirup

  • Salz & Pfeffer

  • Etwas Wasser für die Creme

So einfach geht’s:

  1. Linsen kochen: Belugalinsen nach Packungsanweisung etwa 20–25 Minuten bissfest garen.

  2. Fenchel anbraten: Fenchel in feine Streifen schneiden und in Olivenöl goldbraun anbraten. Mit den warmen Linsen, Zitronensaft, Salz, Pfeffer und gehackter Petersilie vermengen.

  3. Feigen-Feta-Creme: 2–3 Feigen klein schneiden und in einer Pfanne mit etwas Ahornsirup anschmoren. Feta zerbröseln, dazugeben und mit einem kleinen Schuss Wasser bei niedriger Hitze erwärmen. Alles verrühren, bis eine weiche, cremige Masse entsteht.

  4. Anrichten: Den warmen Linsen-Fenchel-Salat auf zwei Tellern verteilen und die Feigen-Feta-Creme großzügig darübergeben.

  5. Das Finale: Mit gehackten Walnüssen, frischen Feigenspalten und Petersilie toppen.

Mein Tipp: Die Feigen bringen eine natürliche Süße mit, der Feta die Würze und die Walnüsse den perfekten Crunch. So schmeckt der Herbst!


„„Wir müssen nicht immer in den Schuhen anderer laufen. Aber manchmal sollten wir ihnen sagen, wie wunderbar sie ihren eigenen Weg gehen.““
— Tina
Tina Pantke