Meine Komfortzone ist im Urlaub. Ich leider nicht.
Ich weiß nicht, ob meine Komfortzone gerade auf Teneriffa liegt, auf Madeira wandert oder irgendwo mit einem Aperol Spritz am Pool sitzt.
Ich hoffe jedenfalls, sie hat eine richtig gute Zeit.
Denn in dieser Woche hat sie sich bei mir nicht ein einziges Mal blicken lassen. Nicht mal kurz, um zu fragen, ob ich vielleicht etwas brauche.
Stattdessen hatte ich das Gefühl, dass das Leben beschlossen hat, sämtliche Herausforderungen der nächsten sechs Monate einfach in eine Woche zu packen.
Herzlichen Glückwunsch, Tina. Hier ist dein persönlicher Abenteuerkalender. Leider ohne Schokolade.
Und das Verrückte daran? Es war eine der anstrengendsten und gleichzeitig großartigsten Wochen seit Langem.
Aber von vorne.
Wenn aus „Wie cool wäre das denn?“ plötzlich Realität wird
Ich habe eine kleine Eigenschaft, die meine Kolleginnen und Kollegen vermutlich gelegentlich an den Rand ihrer persönlichen Komfortzone bringt.
Ich habe Ideen. Viele Ideen. Und manchmal spreche ich sie aus, bevor mein Gehirn eine vernünftige Machbarkeitsprüfung durchführen konnte.
So entstand auch unsere neue AI-Koch-Challenge.
Wir haben in unserer Location 20 Küchen und irgendwann dachte ich: Wie genial wäre es, wenn Menschen in verschiedenen Küchen gleichzeitig kochen, nicht sehen, was die anderen machen und dabei von einem digitalen Küchenchef begleitet werden?
Ein bisschen wie früher bei Herzblatt. Nur ohne Rudi Carrell, dafür mit Schneidebrettern, Gemüse und künstlicher Intelligenz.
Aus dieser Idee wurde tatsächlich ein Konzept mit eigener App und digitalem Küchenchef.
Und dann kam der Moment, in dem ich feststellen musste, dass ich das Ganze nicht nur mitentwickelt hatte.
Ich sollte es auch moderieren.
Ach, guck. Wie schön.
Am ersten Veranstaltungstag standen 35 Menschen vor mir. Und bevor es abends überhaupt ans Kochen ging, durfte ich die Gruppe morgens mit meinen ätherischen Ölen auf eine kleine Sinnesreise mitnehmen.
35 Menschen. Ich. Meine Öle.
Und wisst ihr was? Es war großartig!
Ich habe gemerkt, wie viel Freude es mir macht, Menschen für ein Thema zu begeistern, das ich liebe. Und am Abend wurde unsere erste AI-Koch-Challenge ein voller Erfolg. Es wurde geschnippelt, gekocht, gelacht und am Ende sogar getanzt.
Getanzt!
Ich fuhr nach Hause und dachte: Okay, Tina. Das war ziemlich cool.
Meine Komfortzone lag vermutlich gerade beim zweiten Cocktail.
50 Menschen und ein digitaler Küchenchef mit Fernweh
Am nächsten Tag ging es weiter. Diesmal mit 50 Menschen und ohne meinen technischen Support.
Ich vermute, dass er gemeinsam mit meiner Komfortzone verreist war. Vielleicht hatten die beiden ein günstiges Doppelzimmer auf Madeira gefunden.
Jedenfalls stand ich wieder vor einer Gruppe, die sich auf ein tolles Event freute, während unser digitaler Küchenchef offenbar beschlossen hatte, heute lieber nicht zur Arbeit zu erscheinen.
Natürlich befinden wir uns mit dem Konzept noch in der Entwicklung. Und wer Neues ausprobiert, weiß, dass nicht immer alles auf Anhieb funktioniert.
Nur ist diese Erkenntnis deutlich entspannter, wenn man mit einer Tasse Kaffee vor seinem Laptop sitzt und nicht vor 50 erwartungsvollen Menschen steht.
Also wurde spontan umgebaut, improvisiert und gemeinsam nach Lösungen gesucht. Während im Hintergrund die Technik ein kleines Eigenleben entwickelte, war meine Aufgabe, die Energie in der Gruppe hochzuhalten.
Gute Laune zu verbreiten, während man innerlich fünf Probleme gleichzeitig löst, ist eine durchaus interessante Erfahrung.
Aber wir haben es hinbekommen. Nicht perfekt, nicht wie geplant, aber als Team. Und beim nächsten Mal werden wir wieder ein Stück besser sein.
Vor allem habe ich etwas über mich gelernt: Ich kann vor 35 Menschen sprechen. Ich kann auch vor 50 Menschen sprechen. Und wenn ich über etwas rede, das mich begeistert, macht es mir sogar richtig viel Spaß.
Wer hätte das gedacht?
Außer vielleicht die Menschen, die mich kennen und schon seit Jahren versuchen, mich gelegentlich zum Schweigen zu bringen.
Mein Mann und die Sache mit dem Glas Wein
Man könnte meinen, nach diesen Tagen hätte ich mir ein ruhiges Wochenende verdient.
Ein bisschen ausschlafen, ein schönes Frühstück, vielleicht eine Massage.
Mein Mann sah das offenbar anders.
Denn Florian hatte für uns einen Extremmarsch im Harz gebucht.
42 Kilometer. Zu Fuß. An einem Tag.
Ich möchte kurz erklären, wie es dazu kam.
Manchmal sitze ich mit meinem Mann bei einem schönen Glas Wein und entwickle Ideen. Für mich sind das gelegentlich einfach Gedankenspiele.
Für Florian offenbar verbindliche Buchungsaufträge.
Während ich längst wieder andere Dinge im Kopf hatte, war mein Mann der Meinung, wir könnten das doch tatsächlich machen.
Und buchte.
Ich liebe diesen Mann. Manchmal würde ich allerdings gerne vorübergehend seine Kreditkarte verstecken.
Denn in den drei Wochen vor diesem Marsch habe ich ungefähr 47-mal erklärt, dass ich das nicht schaffen werde. Ich war nicht trainiert, die Strecke viel zu lang und nach dieser Woche sowieso vollkommen unmöglich.
Mein Kopf hatte für jedes Argument eine ziemlich überzeugende PowerPoint-Präsentation vorbereitet. Dazu kamen noch ein paar gut gemeinte Kommentare von außen, die meine Zweifel wunderbar ergänzten.
Irgendwann war ich selbst überzeugt, dass das eine ausgesprochen schlechte Idee war.
Aber Florian blieb gelassen.
Vielleicht, weil er an uns glaubte. Vielleicht, weil die Tickets nicht mehr stornierbar waren.
Ich habe nicht nachgefragt.
59.868 Schritte und die Angst vor Jack Wolfskin
Und so standen wir gestern tatsächlich in Thale am Start.
Mit Wanderschuhen, direkt im Regen, zu wenig gefüllten Rucksäcken ( Vorbereitung ist nicht so unser Ding)
und der leisen Frage, ob wir eigentlich noch alle Tassen im Schrank haben.
Die Landschaft war wunderschön. Der Harz hat traumhafte Wege und Aussichten. Eigentlich genau das, was ich am Wandern liebe.
Allerdings scheint es bei Extremmärschen eine eigene Unterart von Wanderern zu geben.
Menschen, die mit einer Geschwindigkeit unterwegs sind, bei der ich mich frage, ob am Ziel eine kostenlose Eigentumswohnung verlost wird.
Besonders beliebt waren Jack-Wolfskin-Jacken, Mammut-Ausrüstung und Wanderstöcke.
Sehr viele Wanderstöcke.
Ich habe irgendwann weniger auf die Landschaft und mehr auf die Stockspitzen hinter mir geachtet. Denn auf den schmalen Wegen schossen immer wieder Menschen an uns vorbei, ohne ein Wort zu sagen.
Kein „Darf ich mal vorbei?“, kein „Entschuldigung“. Nur raschelnde Funktionskleidung und die berechtigte Sorge, gleich einen Wanderstock zwischen den Rippen zu haben.
Irgendwann hatte ich mehr Angst vor einer Jack-Wolfskin-Jacke als vor den 42 Kilometern.
Und da wurde mir klar: Wandern ja. Extremmarsch? Für uns vermutlich eine einmalige Erfahrung.
Ich liebe Bewegung und Natur. Aber ich möchte auch mal stehen bleiben, die Aussicht genießen, ein Picknick machen und nicht das Gefühl haben, dass hinter mir jemand mit einem Trekkingstock die Überholspur eröffnet.
Florian und ich waren uns einig: Das war (vorerst) unser letzter Extremmarsch dieser Art.
Nicht, weil wir es nicht können. Sondern weil wir jetzt wissen, wie wir es lieber mögen.
Mein Kopf hatte unrecht. Schon wieder.
Natürlich gab es unterwegs Momente, in denen wir abbrechen wollten.
Mehr als einen.
Ich glaube, wir haben ungefähr fünfmal beschlossen, dass jetzt wirklich Schluss ist. Und sind dann doch weitergelaufen.
Ein Schritt nach dem anderen. Mal mit guter Laune, mal mit weniger guter Laune und zwischendurch vermutlich mit Gesichtsausdrücken, die man besser nicht fotografiert.
Aber irgendwann war es geschafft.
43,45 Kilometer. Rund 58.868 Schritte.
Und wir beide im Ziel.
Ich kann euch gar nicht sagen, wie stolz ich auf uns bin.
Nicht, weil ich jetzt plötzlich eine begeisterte Extremwanderin geworden bin. Meine perfekte Wanderung beinhaltet weiterhin eine schöne Aussicht, eine Picknickdecke und idealerweise ein Stück Kuchen.
Sondern weil ich etwas geschafft habe, von dem ich drei Wochen lang überzeugt war, dass ich es nicht schaffen würde.
Mein Kopf hatte Argumente, Beweise und vermutlich sogar ein kleines Gutachten.
Nur hatte er eines nicht: recht.
Natürlich müssen wir nicht immer alles durchziehen. Manchmal ist Aufhören die klügere Entscheidung. Aber diesmal ging es. Und ich hätte es beinahe gar nicht erst versucht.
Außergewöhnlich? Vielleicht einfach mal ausprobieren.
Am Dienstag war ich auf einem Seminar. Dort fiel ein Satz, der mich die ganze Woche begleitet hat:
„Um ein außergewöhnlicher Mensch zu sein, musst du außergewöhnliche Dinge tun.“
Ich weiß gar nicht, ob ich ein außergewöhnlicher Mensch sein möchte.
Eigentlich reicht es mir vollkommen, Tina zu sein.
Mit meinen Ideen, meiner Begeisterung für gutes Essen & ätherischen Ölen und meiner Fähigkeit, beim Gedanken an 42 Kilometer sämtliche denkbaren Katastrophen durchzuspielen.
Aber ich möchte ein Leben führen, in dem ich mich traue, Dinge auszuprobieren. In dem ich nicht schon vorher entscheide, was ich alles nicht kann.
Diese Woche habe ich Menschen mit ätherischen Ölen begeistert, unsere neue AI-Koch-Challenge moderiert, gemeinsam mit meinem Team technische Herausforderungen gemeistert und bin mit meinem Mann über 40 Kilometer durch den Harz gelaufen.
Wenn mir das jemand vor zwei Wochen erzählt hätte, hätte ich vermutlich gefragt, ob er vielleicht etwas weniger Kaffee trinken möchte.
Und jetzt sitze ich hier. Im Hotelzimmer. Mit ziemlich müden Beinen und einem sehr glücklichen Herzen.
Ich bin Florian unglaublich dankbar. Denn manchmal braucht es jemanden, der an uns glaubt, während wir selbst noch damit beschäftigt sind, sämtliche Gegenargumente zu sammeln.
Meine Komfortzone darf übrigens gerne nächste Woche aus dem Urlaub zurückkommen. Ich vermisse sie inzwischen ein bisschen.
Andererseits hoffe ich, dass sie wenigstens ein paar schöne Fotos gemacht hat.
Denn ich habe diese Woche auch einiges erlebt, das ich nicht so schnell vergessen werde.
Und jetzt wartet unten im Restaurant ein schönes Essen auf uns. Dazu ein Glas Wein, auf das ich mich vermutlich noch nie so sehr gefreut habe.
Meine Beine haben offiziell Feierabend.
Und falls Florian beim Abendessen wieder mit irgendeiner großartigen Idee anfängt, werde ich vorsichtshalber erst einmal fragen:
„Schatz, ist das jetzt ein Gespräch oder hast du schon gebucht?“ 🌿
Kleine Fläschchen, große Begleiter. 🌿
Natürlich waren auch meine ätherischen Öle und Lieblingsprodukte mit im Wanderrucksack. Denn nachdem uns gefühlt jeder erzählt hatte, wie sehr uns nach diesem Marsch alles wehtun würde, haben wir uns lieber gut vorbereitet
VMG+ als tägliche Grundlage für unsere Vitamin- und Mineralstoffversorgung, Copaiba, Citrus Bliss und Adaptive als unsere kleinen Begleiter für unterwegs.
Und ich kann euch sagen: Jedes hatte seinen ganz eigenen Platz auf unserer Reise!
Wie wir die Produkte eingesetzt haben und welche kleinen Rituale uns begleitet haben?
Das erzähle ich euch am Donnerstag, den 22.10., bei unserem Öleabend! Wir sprechen darüber, wie vielseitig ätherische Öle im Alltag sein können und wie du die passenden Routinen für dich findest.
Du möchtest dabei sein? Dann meld dich einfach an. Ich freue mich auf dich!
„„Manchmal muss die Komfortzone erst Urlaub machen, damit wir entdecken, wie viel Leben eigentlich außerhalb von ihr auf uns wartet.““