Schrullen, rote Nägel und warum ich plötzlich meine Mama verstehe

Es gibt diesen Moment kurz vor dem Urlaub, der sich nicht nach Vorfreude anfühlt, sondern eher wie ein schlecht geplanter Marathon.

Ich stand diese Woche in der Küche, hatte gleichzeitig den Einkaufszettel in der einen Hand, mein Handy zwischen Schulter und Ohr eingeklemmt, weil ich „nur ganz kurz“ noch einen Anruf erledigen wollte, und starrte in einen Kühlschrank, der aussah wie eine Mischung aus Resteverwertung und Tetris-Level Endgegner. Während ich überlegte, ob ich die angebrochene Zucchini jetzt noch kreativ verarbeite oder einfach ignoriere, fiel mein Blick auf den halb gepackten Koffer im Flur.

14 bis 25 Grad.

Also… was genau zieht man da an?

Strickjacke? T-Shirt? Sandalen? Winterboots? Bikini? Regenjacke?

Ich schwöre, ich hatte kurz den Impuls, einfach alles einzupacken und zu hoffen, dass sich das Problem von selbst löst.

Und genau in diesem Moment dachte ich:
Warum fühlt sich die Woche vor dem Urlaub eigentlich immer so an, als würde man mit 180 über die Autobahn fahren – auf der rechten Spur – und ständig am überholen.

Da ist noch diese eine Mail. Dieser eine Termin. „Das mach ich noch schnell fertig.“
Dann noch zum Nageln (ja, ich weiß, Luxusproblem), Wäsche, Einkaufen, Kühlschrank leer machen… und irgendwo dazwischen versuchen, den Überblick zu behalten.

Und während ich so durch diese Woche gerast bin, ist etwas passiert, das mich kurz hat innehalten lassen.

Ein Moment, der erstaunlich viel ausgelöst hat.

Ich war beim Nageln.

Und wer mich kennt, weiß: Ich bin da… sagen wir… konstant.

Seit Jahren. Wirklich seit Jahren.

Rot. Oder weiß verlaufend. Mehr gibt es da nicht.

Früher habe ich mal ausprobiert, klar. Aber irgendwann dachte ich mir: Warum? Es passt zu allem, sieht immer gut aus, eine Entscheidung weniger im Leben. Und ehrlich – ich liebe Entscheidungen, die ich nicht mehr treffen muss.

Im Urlaub dann immer rot. Warum? Keine Ahnung. Ist einfach so.

Also sitze ich da, ganz entspannt, bereit für mein Rot – und dann sagt sie:

„Die Farbe haben wir nicht mehr.“

Ich habe sie kurz angeschaut, als hätte sie mir gerade gesagt, dass es ab morgen keinen Kaffee mehr gibt.

„Aber wir haben ganz viele andere Rottöne.“

Leute. Ganz viele.

Ich sollte mich also entscheiden. Entscheiden.

Genau das habe ich doch vor fünf Jahren schon erledigt.

Und wer jetzt denkt, rot ist rot – nein. Wirklich nicht. Da gibt es Nuancen, von denen ich nicht wusste, dass sie existieren.
Zu hell, zu orange, zu pink, zu dunkel, zu lila… ich saß da und habe innerlich kurz mein Leben hinterfragt ( Augenzwinkern).

Am Ende habe ich mich entschieden. Auf der Farbkarte sah es super aus. Auf meinen Nägeln… sagen wir… ich arbeite noch an unserer Beziehung.

Und während ich da saß, kam dieser Gedanke:

Warum fällt mir so eine Mini-Entscheidung so schwer?

Aber wenn mich jemand fragt, ob ich spontan vier Wochen nach Tahiti fliegen will?

Bin ich in drei Sekunden bereit.

Und genau da fiel mir ein Satz meiner Mama ein.

„Im Alter wird man komisch.“

Ich habe das früher nie verstanden. Wirklich nicht. Warum sollte man komisch werden? Wir leben doch alle im gleichen Tempo, am gleichen Tag, in der gleichen Zeit.

Und jetzt sitze ich hier, bald 38, mit leicht ungewohnten roten Nägeln und denke:

Ah.

Jetzt verstehe ich.

Denn wenn ich ehrlich bin, sind da noch ein paar andere Dinge.

Ich sitze im Restaurant am liebsten mit dem Rücken zur Wand, weil ich es sonst einfach nicht entspannend finde. Ich kaufe immer im gleichen System ein – erst Obst und Gemüse, dann die leichten Sachen, dann Trockenware und Tiefkühl ganz zum Schluss, damit alles logisch in der Tasche liegt.

Die Bettdecke muss mit der Öffnung nach unten liegen. Immer. Keine Diskussion.

Und ich habe ein Büro. Mit Schreibtisch. Mit allem.

Steht nur leider auch unser Wäscheständer drin.

Ihr könnt euch denken, wo ich meistens nicht sitze.

Und während ich das alles so aufschreibe, merke ich:

Vielleicht sind das gar keine „komischen“ Dinge. Vielleicht sind das einfach kleine Schrullen.

Dinge, die mir Struktur geben. Sicherheit. Ein Gefühl von: Hier bin ich richtig.

Vielleicht ist das genau das, was mit den Jahren passiert.

Dass wir aufhören, uns überall anzupassen – und anfangen, uns selbst besser zu verstehen.
Jetzt sitze ich hier, Sonntagmorgen, mit meinem Kaffee, der Koffer halb gepackt, der Arbeitsrechner zugeklappt – und denke mir:

Diese Woche war einfach… wild.

Und ja, ich freue mich auf diese 12 Tage.

Nicht, weil ich mein Leben nicht mag. Ganz im Gegenteil.
Sondern weil selbst die Dinge, die man liebt, manchmal einfach eine Pause brauchen.

Und vielleicht ist genau das der Punkt, den ich früher nicht verstanden habe.

Nicht, dass man vor seinem Leben flieht.
Sondern dass man zwischendurch einmal kurz rausgeht, um wieder klarer reinzugehen und einfacher Entscheidungen zu treffen.

Mit weniger Chaos im Kopf.
Mit ein bisschen mehr Abstand.
Und vielleicht auch mit ein, zwei neuen Gedanken, die vorher einfach keinen Platz hatten.

(Und wenn wir ehrlich sind: Vielleicht auch einfach, weil niemand im Urlaub fragt, ob man „nur mal eben schnell“ noch etwas erledigen kann.)

Und während ich gleich versuche, meinen Koffer für vier Jahreszeiten zu packen und mich parallel mental darauf vorbereite, meine neue Nagelfarbe zu akzeptieren,
bleibt mir eigentlich nur eine Erkenntnis aus dieser Woche:

Vielleicht hatte meine Mama recht.

Wir werden im Alter ein bisschen komisch.

Aber vielleicht ist das gar nichts Schlechtes.

Vielleicht ist es einfach die Version von uns, die irgendwann beschlossen hat, nicht mehr alles mitzumachen – sondern nur noch das, was sich wirklich richtig anfühlt.

Und ganz ehrlich?

Ich finde, das ist eine ziemlich gute Entwicklung.


real Talk übers Nageln

Und weil wir gerade schon bei Nägeln, Gewohnheiten und kleinen Routinen sind – ich werde tatsächlich oft gefragt, warum ich überhaupt noch zum Nageln gehe.

Also… Real Talk.

Warum habe ich keine „perfekten Natur-Nägel“?

Weil ich viel koche. Für mich, für andere, für Kunden. Weil meine Hände ständig im Einsatz sind. Und weil gepflegte Nägel für mich einfach dazugehören – im Alltag, im Job und ehrlich gesagt auch fürs eigene Gefühl.

Und ja – man könnte jetzt sagen: Das geht auch anders.

Aber ich sage ganz ehrlich:

Es ist einfach.

Vielleicht ein bisschen faul.
Ich nenne es lieber: effizient.

Was ich aber wirklich nicht mehr missen möchte, ist meine kleine Routine davor und danach.

Tea Tree.

Ein Öl, das ich immer griffbereit habe.

Gerade, wenn man viel mit Wasser, Lebensmitteln oder auch Desinfektion arbeitet, ist es für mich ein echter Gamechanger. Es unterstützt die Nägel, wirkt klärend und beruhigend – und ist auch dann super, wenn man zu empfindlichen Nägeln oder sogar Nagelpilz neigt.

Ich nutze es ganz einfach: ein kleiner Tropfen auf den Nagel oder die Nagelhaut, sanft einmassieren, fertig.


Einladung

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Vielleicht bist du nicht komisch – du hast nur deinen Lieblings-Rotton gefunden.
— Tina
Tina Pantke