Viel(leicht) verkopft
Viel(leicht) verkopft
Kennt ihr noch Pinky und der Brain?
Falls nicht, macht euch nichts draus – dann verrate ich euch einfach kurz, was meine Kindheit geprägt hat.
Jede Folge begann mit derselben Frage.
„Was machen wir heute Nacht, Brain?“
Und Brain antwortete jedes Mal ganz trocken:
„Dasselbe wie jede Nacht, Pinky. Wir werden die Weltherrschaft an uns zu reißen.“
Ich musste diese Woche erstaunlich oft daran denken.
Nicht, weil ich die Weltherrschaft übernehmen wollte. Ehrlich gesagt war ich schon froh, wenn die Ampel endlich grün wurde, die Eiswürfelmaschine ausnahmsweise funktionierte und ich meinen Kaffee warm trinken konnte.
Es war keine spektakuläre Woche.
Sie war... alltäglich.
So alltäglich, dass sie wahrscheinlich jeder von uns kennt.
Ich stand länger als nötig an einer roten Ampel und beobachtete auf dem Parkplatz vor Edeka zwei Menschen,
die sich lautstark stritten. Ich bekomme bei so etwas immer direkt Gänsehaut.
Nicht, weil ich neugierig bin, sondern weil ich Streit zwischen fremden Menschen ganz schlecht aushalte.
Dazu kamen gefühlt tausend Telefonate.
Und erstaunlicherweise hatten fast alle denselben Unterton.
„Ich muss noch einmal darüber nachdenken.“
Kann ich übrigens verstehen.
Wenn ich etwas nicht sofort fühle, brauche ich auch Zeit.
Entscheidungen dürfen wachsen.
Alles fein.
Was mir allerdings aufgefallen ist: Wir denken oft gar nicht mehr nach.
Wir verkopfen.
Und zwar alles.
Diese Woche war gefühlt ganz Deutschland auf irgendeinem Abiball oder einer Abschlussfeier. Überall liefen leicht gestresste Eltern herum, Kleidersäcke von About You wurden durch die Gegend getragen und vermutlich wurden in ganz Deutschland mehr Locken gedreht als an einem Samstagmorgen im Friseursalon.
Eine liebe Teampartnerin erzählte mir voller Stolz von ihrer Tochter Hanna.
Der Lehrer hatte bei der Abschlussrede etwas gesagt, das mir bis heute im Kopf geblieben ist.
Er meinte, Hannas größte Stärke sei, dass es ihr wirklich egal ist, was andere über sie denken. Sie geht einfach ihren Weg.
Was für ein wunderschönes Kompliment.
Ich musste sofort an meine eigene Schulzeit denken.
Und ganz ehrlich?
Ich war definitiv keine Einserschülerin.
Schule fühlte sich für mich meistens eher nach Überleben als nach Erleben an.
Außer in Biologie.
Sobald es um Ernährung oder den Darm ging, war ich plötzlich Feuer und Flamme. Ich weiß bis heute noch, wie meine Biolehrerin mich anschaute,
als ich in einer Arbeit tatsächlich eine Eins schrieb. Ich glaube, sie war ungefähr genauso überrascht wie ich.
In den anderen Fächern war ich eher... kreativ unterwegs.
Sagen wir so: Spickzettel gehörten damals durchaus zu meinem erweiterten Schulmaterial. Im Lineal, im Federmäppchen oder irgendwo zwischen Mathebuch und gesundem Optimismus – ich war vielleicht nicht die hellste Kerze auf der Torte, aber beim Verstecken hatte ich durchaus Talent.
Und trotzdem erinnere ich mich heute kaum noch an Noten.
Ich erinnere mich an Gefühle.
An Unsicherheiten. Und an dieses ständige Vergleichen.
Aber stolz war ich dennoch, als ich in meinem Abi am Ende die 2,… stehen hatte.
Diese Woche hatten wir auch wieder unseren Weekly Call. Es ging um Sichtbarkeit.
Und erstaunlich schnell landeten wir bei genau denselben Fragen, die wahrscheinlich jeder von uns kennt.
„Was könnte XY darüber denken?“
„Kann ich das wirklich posten?“
„Ist das vielleicht zu viel?“
Ganz ehrlich?
Nüscht.
Es gibt diese 33-Prozent-Theorie.
Etwa ein Drittel der Menschen mag dich.
Ein Drittel kann mit dir überhaupt nichts anfangen.
Und dem letzten Drittel bist du – mit ganz viel Liebe gesagt – ziemlich egal.
Natürlich sind das keine wissenschaftlich auf die Nachkommastelle berechneten Zahlen. Aber der Gedanke dahinter gefällt mir.
Denn während wir oft stundenlang darüber nachdenken, was andere wohl denken könnten, überlegen die meisten Menschen wahrscheinlich gerade, was sie morgen kochen, welches Kleid sie zum Abiball anziehen oder warum die Ampel heute schon wieder rot ist.
Je älter ich werde, desto mehr merke ich, wie sich das Puzzle meines Lebens langsam zusammensetzt.
Nicht plötzlich.
Nicht perfekt.
Aber Stück für Stück.
Im Beruf. In meiner Selbstständigkeit. Bei meinen Freunden.
Mit Menschen, die meine Eigenarten inzwischen nicht nur kennen, sondern manchmal sogar ziemlich liebenswert finden.
Und ich wünsche jedem von Herzen genau das.
Nicht, dass einen alle mögen.
Sondern dass man irgendwann aufhört, Energie an die Menschen zu verschenken, die sowieso nie zu einem gepasst hätten.
Vielleicht sind wir gar nicht viel zu verkopft.
Vielleicht denken wir einfach viel zu oft über die falschen Menschen nach.
Dabei passiert das eigentliche Leben doch genau dort, wo wir aufhören, ständig alle überzeugen zu wollen, und anfangen, einfach wir selbst zu sein.
Und wisst ihr was?
Vielleicht reicht das für diese Woche auch völlig.
Die Weltherrschaft kann ruhig noch ein bisschen warten. 🤍
PS: 🤍
Beim Schreiben dieses Artikels ist mir ein Gedanke gekommen.
Manchmal braucht es gar keine riesige Veränderung. Manchmal reicht ein ehrliches Gespräch mit jemandem, der einfach mal von außen auf dein Leben schaut.
Deshalb verschenke ich im Juli drei persönliche Beratungen.
Ganz entspannt, etwa 20 Minuten – per Telefon oder WhatsApp, so wie es für dich passt.
Wir schauen gemeinsam auf deinen Alltag, deine Ernährung oder einfach auf das Thema, das dich gerade beschäftigt. Vielleicht findest du danach genau den einen kleinen Schritt, der gerade zu dir passt.
Wenn du Lust hast, schreib mir einfach.
Ich freue mich darauf, dich kennenzulernen. 🤍
PPS: 🎁
Ich habe noch ein kleines Geschenk.
Am 21. Juli um 19:30 Uhr lade ich dich zu einem kostenlosen Online-Workshop ein.
Es geht nicht um Verbote, Kalorienzählen oder komplizierte Ernährungspläne.
Sondern darum, wie gesunde Küche endlich einfach werden darf.
Wir sprechen über:
kreative Ideen für deinen Alltag,
den PRAL-Wert und warum er deinem Körper so guttun kann,
den Einsatz ätherischer Öle in der Küche,
und vor allem darüber, wie gesunde Entscheidungen leicht werden dürfen – ohne Perfektion, sondern mit ganz viel Genuss.
Wenn du Lust hast, dabei zu sein, freue ich mich riesig auf dich.
21. Juli | 19:30 Uhr
Vielleicht ist genau das der Abend, an dem du merkst, dass gesunde Küche gar nicht kompliziert sein muss – sondern einfach verdammt lecker sein darf.
Der "Viel(leicht) verkopft"-Salat
Diese Woche habe ich diesen Salat ungelogen viermal gemacht.
Nicht, weil ich keine Lust hatte, etwas anderes zu kochen.
Sondern weil er genau das macht, was ein gutes Rezept machen soll: Er schmeckt, macht satt, gibt Energie und ist so unkompliziert, dass man ihn auch nach einem langen Arbeitstag noch mit einem Lächeln zubereitet.
Und ganz ehrlich?
Manchmal müssen wir nicht stundenlang überlegen, was wir kochen.
Manchmal reicht ein Rezept, das einfach funktioniert.
Zutaten für 2 Personen
150 g Quinoa
1 kleine vorgekochte Rote Bete
1 kleine Zucchini
3–4 EL Sauerkraut
1 Orange
½ Bund frische Petersilie
1 Burrata
2 EL Kürbiskerne oder Walnüsse (optional)
Für das Dressing
2 EL hochwertiges Olivenöl
Saft einer halben Orange
etwas Zitronensaft
Salz
frisch gemahlener Pfeffer
1–2 Tropfen Wild Orange (dōTERRA)
So geht's
Den Quinoa nach Packungsanleitung garen und etwas abkühlen lassen.
Die Zucchini in Würfel schneiden und in einer Pfanne goldbraun anbraten. Die Rote Bete ebenfalls würfeln, die Orange filetieren und die Petersilie grob hacken.
Alles zusammen mit dem Sauerkraut und dem Quinoa vermengen.
Für das Dressing Olivenöl, Orangen- und Zitronensaft verrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken und – wenn du magst – ein bis zwei Tropfen Wild Orange dazugeben. Das gibt dem Ganzen eine herrlich frische, leicht fruchtige Note.
Zum Schluss die Burrata mittig auf den Salat setzen, leicht aufreißen und alles mit etwas frischer Petersilie und den Kürbiskernen toppen.
„Die größte Revolution beginnt selten in der Welt. Sie beginnt in deinem Kopf.“