Magst du einen Kaffee mit 50%

Ich sitze hier mit meinem Kaffee, schaue auf meine To-do-Liste und merke ziemlich schnell: Heute wird keiner dieser Tage, an denen ich die Welt erobere. Eher so ein Tag, an dem ich mir selbst gut zurede, dass „funktionieren“ auch völlig ausreicht.

Mein Akku fühlt sich an wie 50 %. Nicht leer genug, um alles liegen zu lassen. Aber auch nicht voll genug, um mit Leichtigkeit durch den Tag zu gehen. Es ist dieses Zwischengefühl, das man so schwer erklären kann. Du bist da, du kannst alles machen – aber alles kostet ein kleines bisschen mehr Energie als sonst.

Und genau das ist das Gemeine daran.

Weil von außen sieht es völlig normal aus. Du arbeitest, du bist präsent, du lächelst, du machst deinen Job.
Aber innerlich denkst du dir bei jedem zweiten Punkt: Muss das jetzt wirklich noch sein?

Kennst du das?

Dieses „Ich könnte schon noch… aber eigentlich wäre eine Couch gerade die bessere Entscheidung“?

Letzte Woche kam Flori von der Kita nach Hause und fing an zu husten. So ganz leicht. Und ich wusste sofort: Das ist der Anfang.

Nicht, weil er übertreibt – ganz im Gegenteil. Flori ist wirklich der letzte Mensch, der sich krankmeldet. In all den Jahren habe ich ihn genau zweimal krank in der Kita abgemeldet. Zweimal. Und das waren die Momente, in denen wirklich gar nichts mehr ging. (Und ja, diese Telefonate waren… sagen wir… sehr unterhaltsam.)

Also habe ich innerlich schon mitgezählt.

Eins.
Zwei.
Drei.

Und zack – war ich dran.

Timing natürlich perfekt. Diese Woche war voll. Richtig voll. Tolle Kunden, Veranstaltungen, Ölberatungen – alles Dinge, auf die ich mich gefreut habe.

Und genau am Anfang dieser Woche, als ich noch dachte „läuft doch“, war ich bei einer Freundin zum Kochen eingeladen.
Basisch, mit ätherischen Ölen, in einer dieser Altbauwohnungen, die schon beim Reinkommen so ein Gefühl von „hier ist es gut“ auslösen.

Die Tür geht auf und sie steht da, leicht außer Atem und sagt in einem Satz:
„Da ist die Küche, hier ist dein Bereich, ich muss noch so viel machen.“

Ich schaue mich um und denke nur:
Was genau denn?

Es war schön. Es war ordentlich. Es war mehr als genug.

Aber sie lief. Von Raum zu Raum, von Aufgabe zu Aufgabe, ein bisschen wie Speedy Gonzales auf Mission Perfektion.

Und ich dachte mir nur: Ich kenn das.

Dieses Gefühl, dass alles noch besser, schöner, ordentlicher sein müsste, bevor jemand kommt.

Das Lustige war: Ich war vorbereitet. Wirklich gut vorbereitet. Und so kam es, dass wir zwei Stunden vor Beginn einfach fertig waren.

Fertig.

Und dann saßen wir da.

Und haben geredet.
Und ich habe richtig gesehen, wie ihr Puls runterging.

Und genau da kam dieses Thema auf, das mich seitdem nicht mehr loslässt.

Einladen.

Früher war das so einfach.
„Komm vorbei auf einen Kaffee.“

Heute?

Fühlt es sich manchmal an wie ein kleines Projekt. Als müsste man erst alles perfekt machen, bevor jemand die Wohnung sehen darf.

Und wir saßen da und haben gelacht, weil wir beide wussten: Früher war das eigentlich nur so, wenn die Eltern kamen.

Und selbst da wird man irgendwann entspannter.

(Meine Mama weiß inzwischen, dass ich in manchen Dingen ein kleiner Chaot bin. Fragt mich bitte nicht nach meinen Steuerbelegen.)

Und dann kam die Erkältung.

Nicht schlimm. Aber genau so, dass sie dich ausbremst. Dass du merkst: Es geht, aber es geht nicht gut.

Und ich saß da, mit meiner Teetasse, irgendwo zwischen „Ich zieh das durch“ und „Ich leg mich jetzt einfach hin“ und habe gemerkt, wie schwer mir diese Entscheidung fällt.

Und das Spannende ist:

Hätte mich jemand angerufen und genau das erzählt, hätte ich sofort gesagt:
„Leg dich hin. Ohne Diskussion.“

Aber bei mir selbst?

Gedanken.
Zweifel.
Dieses leise „Du musst doch eigentlich…“

Und ich lag da und dachte:

Warum sind wir eigentlich so?

Warum sind wir für andere so klar – und für uns selbst so streng?

Und genau da hat es Klick gemacht.

Vielleicht geht es gar nicht darum, alles richtig zu machen.

Sondern darum, sich selbst genauso zu behandeln, wie die Menschen, die wir lieben.

Mit ein bisschen mehr Nachsicht.
Mit ein bisschen mehr Klarheit.
Und vielleicht auch mit einem „Jetzt reicht’s, ab auf die Couch.“

Ich sitze hier in meinem kleinen Reihenendhaus, schaue in meinen Garten, der eher ein kreatives Naturprojekt als ein durchgestylter Außenbereich ist,
sehe die Fenster, die auch mal wieder geputzt werden könnten – und denke mir:

Es ist trotzdem schön.
Und vielleicht reicht das auch- zumindest gerade jetzt.

Mit meinem 50 %-Akku habe ich gemerkt, dass ich gar keine Perfektion brauche.

Ich brauche Verbindung.

Ich brauche echte Gespräche, Menschen, Lachen – und dieses Gefühl, einfach da sein zu dürfen, ohne vorher alles perfekt zu machen.

Und vielleicht ist das mein kleiner Reminder an mich selbst:

Wieder mehr einladen.
Wieder mehr leben.
Und vor allem: mir selbst eine bessere Freundin zu sein.

Denn genau das würde ich jeder anderen auch sagen.

„Schätzlein, jetzt lass mal alle fünfe gerade sein.“

Und ganz ehrlich?

Ich würde mich über jede Einladung freuen.

Egal, wie die Wohnung aussieht.

Und vielleicht fangen wir genau da wieder an.

Einfach mal jemanden einladen.

Nicht perfekt.
Aber echt.

Also.

Wenn mein Akku wieder bei 90 % ist…

Kaffee bei mir?

Meine kleine „FLOOM Bomb“.

Und weil ich in dieser Woche wirklich gemerkt habe, wie sehr mein Körper Unterstützung gebraucht hat, teile ich noch etwas, was für mich inzwischen total selbstverständlich geworden ist.

Klingt fancy – ist aber eigentlich super simpel.

Ich nehme leere Kapseln und gebe meine Öle rein:

  • Frankincense (Weihrauch) – für den Ausgleich

  • Lemon – für Frische und Unterstützung von innen

  • Oregano – mein kleiner Powerplayer

  • On Guard – für die Abwehr

  • Melaleuca (Tea Tree) – klärend und unterstützend

Jeweils so 2–3 Tropfen pro Öl in eine Kapsel, morgens, mittags, abends.

Und dann?

Lässt du die Öle einfach arbeiten.

Sei deine eigene beste Freundin – auch wenn sie manchmal ein bisschen strenger ist als dein Kalender.“
— Tina
Tina Pantke