Ungeschminkt – aber erst später
Geduld fühlt sich manchmal ein bisschen so an wie im Bürgerbüro zu sitzen.
Du ziehst eine Nummer.
Setzt dich.
Schaust auf die Anzeige.
A103.
Du hast: A147.
Dann passiert erstmal… nichts.
Die Minuten ziehen sich. Man schaut aufs Handy. Dann wieder auf die Anzeige. Man überlegt kurz, ob man vielleicht doch noch schnell etwas erledigen kann, weil sich offensichtlich gar nichts bewegt. Und gleichzeitig weiß man genau: Wenn man jetzt aufsteht, wird garantiert genau in diesem Moment die eigene Nummer aufgerufen.
Geduld fühlt sich manchmal genau so an.
Es gibt Abkürzungen für vieles im Leben.
Für Geduld leider nicht.
Und während ich diese Woche wieder in einer Küche stand und in einem großen Topf rührte, musste ich genau darüber nachdenken.
Ein großes Haus.
Neun Frauen.
Überall Notizbücher, Vision-Boards, Laptops, Post-its und Ideen.
Ich durfte wieder ein Study-Retreat begleiten – etwas, das ich inzwischen schon mehrere Jahre neben meiner Arbeit als Köchin mache und wirklich liebe. Während im Wohnzimmer Visionen entstanden, stand ich in der Küche und schnitt Gemüse, rührte in Töpfen, deckte Tische und hörte den Gesprächen zu.
Die Küche dort ist offen. Man ist also nie ganz raus aus dem Geschehen. Eher so ein stiller Teil davon.
Natürlich wäre es gelogen zu sagen, dass das alles nur romantisch ist.
Einkaufen.
Kochen.
Tisch decken.
Müll rausbringen.
Kalkulieren.
Planen.
Logistik.
Das ist kein kleines Hobbyprojekt. Aber nach dem fünften Mal in diesem Haus wird vieles einfacher. Man kennt die Küche. Man weiß, wo alles steht. Man weiß, wie lange welches Gericht braucht und wann man anfangen muss, damit alles zur richtigen Zeit fertig ist.
Routine ist manchmal ein ziemlich unterschätzter Luxus.
Und ich will auch eine andere Wahrheit nicht verschweigen: Diese Retreats sind auch ein Teil davon, wie mein Mann und ich uns unsere Reisen finanzieren. Wir arbeiten beide nebenbei, um uns hier und da einen kleinen Puffer aufzubauen.
Ist das immer lustig?
Nö.
Macht es immer Spaß?
Auch nicht.
Aber diese Retreats fühlen sich trotzdem selten wie Arbeit an.
Man lernt immer spannende Menschen kennen. Man lernt selbst unglaublich viel. Durch die offene Küche bekomme ich alles mit – wie ein stiller Podcast aus dem Nebenraum.
Diese Woche habe ich zum Beispiel gelernt, wie man Hosen und Schlüppies richtig faltet. Wirklich. Ich hätte nie gedacht, dass das einmal zu meinen Weiterbildungsthemen gehören würde.
Und gleichzeitig gab es für mich eine kleine Fortbildung in Marketing, Unternehmertum und meinem persönlichen Lieblingsthema: Buchhaltung und Steuern.
Ja, genau. Da darf ich noch einmal ran.
Denn wenn ich ehrlich bin: In meiner eigenen Selbstständigkeit war ich damals ziemlich naiv.
Blind an manchen Stellen. Ich habe mehrere tausend Euro Lehrgeld bezahlt, um zu verstehen, wie Dinge wirklich funktionieren.
Das war keine kleine Lektion.
Die Leiterin dieses Retreats ist deshalb für mich ein echtes Vorbild. Als Unternehmerin. Als Frau. Als jemand, der ein Business aufgebaut hat – und gleichzeitig anderen hilft, ihr eigenes aufzubauen.
Und seit Neuestem zeigt sie sich auf Instagram komplett ungeschminkt. Ohne Filter.
Ich habe das diese Woche live gesehen.
Und dachte nur: Wow.
Ich finde das wirklich beeindruckend.
Und jetzt kommt meine eigene ungeschminkte Wahrheit.
Soweit bin ich noch nicht.
Der Vergleich im Außen ist einfach da. Und so wie ich morgens im Dunkeln dusche – damit ich mich nicht komplett im Spiegel sehen muss,
kleine Macke, ich weiß – so ungern zeige ich mich auch ungeschminkt.
Nicht nur auf Instagram. Auch im echten Leben.
Für manche Menschen ist das völlig normal. Ich bewundere das wirklich. Für mich gehört jemand, der mich ungeschminkt kennt, definitiv in meine Wohlfühlzone.
Und denkt jetzt bitte nicht, ich sehe komplett anders aus.
Darum geht es gar nicht.
Es geht um das Gefühl.
Während ich also zwischen Kochtöpfen und Gesprächen über Visionen stand, habe ich über diese ungeschminkte Wahrheit nachgedacht.
Und vielleicht ist heute einfach der richtige Moment, einmal ganz offen darüber zu sprechen.
Ich baue mir nebenbei etwas auf. Ganz ehrlich.
Basische Ernährung, gesunde Routinen und die Unterstützung durch ätherische Öle sind für mich zu wichtig geworden, um sie nicht weiterzugeben.
Zu kraftvoll, um sie einfach nur für mich zu behalten.
Und ich merke: Es braucht Zeit.
Im Network Marketing.
Beim Aufbau meiner Vision, Menschen mit gesundem Essen zu inspirieren.
Beim Schreiben meines Buches.
Man schreibt ein Manuskript, ist stolz darauf – und dann kommen die ersten Testleser zurück und sagen freundlich, ehrlich und sehr wertschätzend: Da darfst du nochmal ran.
Danke an dieser Stelle an alle Testleser.
Denn genau das ist die ungeschminkte Wahrheit hinter vielen Dingen, die im Internet manchmal so leicht aussehen.
Es dauert. Manchmal länger, als man denkt.
Und genau da musste ich wieder an diese Küche denken.
Wenn ich ein Ragout koche, weiß ich inzwischen ganz genau: Am Anfang sieht es nie spektakulär aus. Ein paar Zutaten im Topf. Noch keine Tiefe. Noch kein Aroma.
Erst mit der Zeit passiert etwas.
Die Zutaten verbinden sich.
Die Aromen entwickeln sich.
Die Hitze arbeitet leise im Hintergrund.
Und irgendwann entsteht daraus etwas, das vorher noch gar nicht sichtbar war.
Und vielleicht passt genau deshalb dieser Satz so gut, den man im Unternehmertum immer wieder hört:
„Ich habe zehn Jahre gebraucht, damit der Erfolg über Nacht kam.“
Vielleicht ist genau das die ungeschminkte Wahrheit hinter all den Dingen, die plötzlich aussehen, als wären sie einfach passiert.
Sie sind nicht plötzlich passiert.
Jemand hat einfach lange genug weitergerührt.
Einladung
Vielleicht ist genau jetzt der richtige Moment, etwas Neues auszuprobieren. Ab dem 01. April starte ich eine kostenfreie Oil Experience Woche, in der ihr die Öle mit mir gemeinsam testen, erleben und entdecken könnt.
„Gute Dinge entstehen selten unter Zeitdruck.
Sie brauchen Hitze, Geduld – und jemanden, der weiter rührt.“